Bundesamt für Naturschutz

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Heer, Claudia; Rusterholz, Hans-Peter; Baur, Bruno (2003) Forest perception and knowledge of hikers and mountain bikers in two different areas in Northwestern Switzerland


Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Landgebundener Sport, Mountainbiking, Wandern/Geländelauf

 

INHALT

Wälder erfreuen sich immer höherer Beliebtheit bei Freizeit- und Erholungssuchenden. Mit steigendem Besucheraufkommen nehmen in diesen Räumen aber oftmals auch die damit verbundenen Belastungen bzw. Auswirkungen zu.

Um mehr über das Wissen von Besuchern über Wälder und ihre Wahrnehmung derselben zu erfahren, wurden im Sommer des Jahres 2002 Wanderer und Mountainbiker in zwei schweizerischen Wäldern befragt. Die Befragungen fanden zum einen in einem stadtnahen, gut besuchten Wald nahe Muttenz und zum anderen in einem etwas abseits liegenden, naturnahen Wald in Wasserfallen im Nordwesten der Schweiz statt.

Neben allgemeinen Fragen zum Bildungsgrad, Alter, Geschlecht oder der Mitgliedschaft in Umweltvereinen sowie dem Besucherverhalten (Gruppengröße, Grund des Waldbesuches und Anreise sowie genereller Anzahl von Waldbesuchen) beinhaltete die Befragung der Wanderer und Mountainbiker folgende Elemente:

  • Positive oder negative Wahrnehmung & Erfahrungen des Waldes bzw. im Wald
  • Wahrnehmung des bzw. Wissen über den Zustand des Waldes
  • Wahrnehmung von bzw. Wissen über Waldfunktionen, -typen und -schutz
  • Wahrnehmung von bzw. Wissen über Baumarten, Artenvielfalt und ihre Ausprägung

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Die Ergebnisse zeigen einen allgemein recht hohen Wissensstand bezüglich ökologischer und biologischer Fragen zum Wald. So konnten viele Befragten waldtypische Pflanzen und Tiere benennen und ein großer Anteil von ihnen war sich der Chancen und Risiken verschiedener Waldbedingungen für Tiere und Pflanzen bewusst.

Insgesamt bewerteten die befragten Mountainbiker in beiden Wäldern sowie Wanderer im intensiver besuchten Wald bei Muttenz den Zustand des Waldes weniger gut als Wanderer in Wasserfallen. Auch zeigten sie eine höhere Besorgnis über negative Einwirkungen durch Freizeitaktivitäten als die Wanderer in Wasserfallen.
Des Weiteren berichten über die Hälfte der befragten Wanderer von negativen Erfahrungen mit anderen Waldbesuchern, besonders mit Mountainbikern. Diese wiederum waren sich dem Konfliktpotenzial ihrer Sportart durchaus bewusst.

Allerdings hat die Studie ebenso gezeigt, dass Wissen und Bewusstsein über mögliche ökologische und soziale Konflikte nicht zwangsläufig zu einer Verhaltensänderung der Beteiligten führen und das sich einige der Befragten Wanderer und Mountainbiker möglicher Konsequenzen ihrer Aktivitäten nicht bewusst sind. Somit kommt der Information und Lenkung von Waldbesuchern auch in Zukunft eine hohe Bedeutung zur Konfliktminimierung zu.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2982) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).