Bundesamt für Naturschutz

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Hertle, Monika (1996) Beeinflussung des Aktivitätsmusters des Schneehasen (Lepus timidus v. L.) durch Skitourismus und die Einschätzung seines Populationsstatus in Bayern


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

 

SPORTARTEN

Pistenskilauf (Ski Alpin)

 

INHALT

Einfluss des Skitourismus auf das Aktivitätsmuster des Schneehasen.

Angaben zu Auftreten, Habitatnutzung und "Verhalten bei Begegnungen mit Menschen" wurden über eine Fragebogenaktion bei Jägern, Förstern, Jugendleitern des Deutschen Alpenvereins, Hüttenwirten und Skilehrern erfragt.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

"Es wurde gezeigt, wie der Einfluss des Skitourismus auf das Aktivitätsmuster des Schneehasen am Laber zu bewerten ist. Der Spurentaxation zufolge ist der Schneehase in meinem Untersuchungsgebiet nicht vom Skitourismus beeinträchtigt. Aufsuchen oder Meiden eines Habitatausschnittes waren statistisch nicht signifikant. Dies würde die Hypothesen stützen, dass die Beeinflussung des Schneehasen durch die Freizeitnutzung des Menschen nur gering ist und die Aufenthaltshäufigkeit nur vom Vorhandensein bestimmter Vegetationsformen abhängt. "-In der Diskussion ihrer Ergebnisse erwähnt die Autorin allerdings auch eine mögliche Konkurrenzsituation mit dem Feldhasen-." Allerdings handelt es sich um eine Kurzzeitbeobachtung. Der Trend, der im Ergebnis sichtbar wird, könnte sich in einem längeren Beobachtungszeitraum kontinuierlich wiederholen und damit zu einem entgegengesetzten Ergebnis führen, d.h. die Beeinträchtigung des Schneehasen durch Skitourismus ist nicht bewiesen worden, kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden.

 

 


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

NSG Ammergauer Berge, Bayern

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Mit Hilfe der Spurentaxation (n=10) auf einem Linientransekt (Ziegelspitze: 2,6 km; Laber: 2,1 km) wurden im Winter 94/95 Aktivität und Habitatwahl der Schneehasen im Naturschutzgebiet Ammergauer Berge in zwei sich unterscheidenden Teilgebieten miteinander verglichen: Im Unterschied zu einem Teilbereich an der Ziegelspitze erfolgt im Gegensatz zum Skigebiet Laber keine skitouristische Nutzung.

Mittels einer Fragebogenaktion wurde im bayerischen Alpenraum und in Südtirol die Einschätzung der Gefährdung des Schneehasen durch verschiedene Berufsgruppen (Jäger, Förster, Bergsportler und Hüttenwirte) verglichen. "Der entscheidende Unterschied für die Untersuchung zwischen Bayern und Südtirol besteht darin, daß in Südtirol der Schneehase noch bejagt wird."

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Anwendung des Präferenzindex nach IVLEV und Prüfung der Ergebnisse des IVLEV-Index auf Signifikanz hinsichtlich der Abweichungen vom Erwartungswert Null (WILCOXON-Test).

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Spuren von Schneehasen nach Neuschnee in Abhängigkeit ihrer Häufung von 7 Biotoptypen.


EINWIRKUNGSDAUER

 

EINWIRKUNGSART

 

EINWIRKUNGSGRAD

 

 

TIERART ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Schneehase (Lepus timidus) Fluchtdistanz: < 50 m (S. 51)
Die Spurentaxation zeigte, dass in der Kurzzeitstudie am Laber eine Beeinträchtigung des Aktivitätsmusters beim Schneehasen nicht nachgewiesen werden konnte. Es läßt sich jedoch der Trend erkennen, daß der Schneehase sich bei skitouristischer Nutzung seines Lebensraumes in dichte Vegetationsformen zurückzieht. Diese Tatsache könnte bei einem längerem Untersuchungszeitraum zu einem entgegengesetzten Ergebnis führen.