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Gloe, P. (1985) Zum Verhalten von Lariden an gestörten Brutplätzen


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Naturbeobachtung

 

INHALT

JANZEN (1984; s. u.) weist auf einen Zusammenhang zwischen der Anzahl durch fremde Altvögel verletzter Silbermöwenküken (Larus argentatus) und dem Ausmaß durch Menschen verursachter Störungen hin.

Der Autor veröffentlicht Beobachtungen, die den Zusammenhang zwischen Störreiz durch Menschen und intra- und interspezifische Aggression von Vögeln stützen.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

"An der Meldorfer Bucht beobachtete ich, dass auch Lachmöwen (L. ridibundus) und Austernfischer (Haematopus ostralegus) flüchtende Junge ihrer Art durch Schnabelhiebe verletzten. Anlass zur Flucht der Küken war meine Anwesenheit in zu großer Nähe zu den Brut- bzw. Führungsplätzen. Ohne meine Anwesenheit hätten die Küken der Lachmöwen ihre Plätze vermutlich nicht oder nur in Begleitung ihrer Eltern (Austernfischer) verlassen, und manche von ihnen wären den erlittenen Verletzungen entgangen.

Den Ausführungen JANZENs nach erleidet zwar auch in ungestörten Kolonien ein gewisser Anteil der Silbermöwenküken entsprechende Verletzungen, das Verletzungsrisiko in häufig gestörten Kolonien ist aber fast dreimal so hoch.
Als Ursache ist, außer der bei Störungen zunehmenden Zahl weglaufender Küken, auch die erhöhte Aggressionsbereitschaft der Altvögel bedeutungsvoll. Diese kann sich zunächst gegen das auslösende Objekt (Beobachter), dann aber auch gegen harmlose Mitbewohner richten.
Dazu zwei Beispiele: Zunächst den Beobachter angreifende Lachseeschwalben (Sterna nilotica) attackierten nach dessen Weggehen eine zu Fuß das Brutgebiet passierende Austernfischerfamilie [...].
Ein Extremfall ereignete sich am 17. Juli 1980 abermals in einer Lachseeschwalbenkolonie: Während der Anwesenheit von Beobachtern, die von jungeführenden und noch brütenden Lachseeschwalben angegriffen wurden, suchten in dem weitläufigen Kolonieareal einige Uferschnepfen (Limosa limosa) Nahrung. An dieser Stelle wurde wenig später neben zwei Lachseeschwalbengelegen eine soeben umgekommene diesjährige Uferschnepfe gefunden, aus deren Schnabel Blut austrat. Sie wies an der linken Kopfseite eine zum Tode führende Verletzung der Halsschlagader auf, die offensichtlich Folge eines Schnabelhiebes war. Der Tötungsvorgang wurde zwar nicht unmittelbar beobachtet, läßt sich aber als Folge eines wie oben beschriebenen Vorganges erklären."

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 1061) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Meldorfer Bucht, Schleswig-Holstein

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Deskription

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Kriterien

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Ausgangslage


EINWIRKUNGSDAUER

 

EINWIRKUNGSART

 

EINWIRKUNGSGRAD

 

 

TIERART ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Lachmöwe (Larus ridibundus) Attackieren von arteigenen Jungvögeln nach Störung durch einen Beobachter
Austernfischer (Haematopus ostralegus) Attackieren von arteigenen Jungvögeln nach Störung durch einen Beobachter
Lachseeschwalbe (Gelochelidon nilotica) Nach Störung wurde erst der Beobachter attackiert, dann richtete sich die Aggression gegen eine Austernfischer-Familie. In einem anderen Fall richtete sie sich gegen Uferschnepfen, wobei ein Individuum so stark attackiert wurde, dass es starb.

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Übertragbarkeit


BEMERKUNGEN

Janzen, H.-D. (1984): Versuche zu den Auswirkungen menschlicher Störungen auf das Brut- und Eierraubverhalten von Silbermöwen (Larus argentatus). Corax 10: 384-394.