Bundesamt für Naturschutz

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Hume, R.A. (1976) Reactions of Goldeneyes to boating


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Erholung am Gewässer, Motorboot/Wasserski/Parasailing, Segeln

 

INHALT

Reaktion von Schellenten auf Motorboote

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Gegenüber wassersportbedingten Störungen reagieren Schellenten generell empfindlich. Jedoch verursachen Motorsportboote besonders große negative Wirkungen. Sie führen im Regelfall dazu, dass Schellenten das Gewässer innerhalb kürzester Zeit verlassen.

 

 

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Chasewater (Cannock Reservoir), Staffordshire, Großbritannien

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Beobachtung der Reaktion von Schellenten auf Wassersportaktivitäten, besonders Motorsportboote.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Reaktion, Distanz, Verlassen des Gewässers

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Störungsfreie Situation

 

EINWIRKUNGSDAUER

unterschiedlich, bei Motorbooten wahrscheinlich wenige Sekunden

 

EINWIRKUNGSART

Veranlassen zum Auffliegen

 

EINWIRKUNGSGRAD

Verlassen der Rastgewässer

TIERART ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Schellente Der Bestand der Schellenten schwankt stark; an Wochenenden, besonders gegen Nachmittag, sind manchmal keine Enten mehr auf dem Gewässer anzutreffen.
Im Gegensatz zu diesem Gewässer steigen im Spätwinter und im Frühjahr die Rastzahlen der Schellente auf anderen Gewässern an. Dies wird auf Motorboote, Wasserski und Segelboote zurückgeführt, die sich zu dieser Zeit, auch wochentags, auf den Reservoir aufhalten und nahezu dessen gesamte Wasserfläche nutzen.
Beobachtungen liegen vor, dass Personen, die ans Ufer treten, zum Auffliegen der Schellenten führen, wenn der Abstand weniger als 100 bis 200 m beträgt; meist landen die Schellenten wieder auf dem Reservoir.
Ein einzelnes Segelboot konnte mehr als 60 Individuen zum Auffliegen bringen; diese individuell empfindlichen Schellenten verließen innerhalb weniger Minuten das Reservoir. Die weniger empfindlichen Schellenten flogen wiederholt bei einer Annäherung des Bootes auf 350 bis 400 m auf, um dann normalerweise innerhalb einer Stunde ebenfalls das Reservoir zu verlassen.
Das Erscheinen eines Motorbootes reicht aus, um sämtliche Vögel aus dem Reservoir zu vertreiben.
Schellenten reagierten auf ein Motorboot bereits bei einer Distanz von 550 m mit Auffliegen.
Es wird der Fall geschildert, dass Schellenten auf eine Distanz von 350 m aufflogen, als ein Fahrzeug mit einem Hänger ein Motorboot zum Ufer des Reservoirs fuhr. Allein der Anblick des Bootes reichte aus, die Vögel zur Flucht zu bewegen.
Als das Boot zu Wasser gelassen war, flogen weitere Schellenten in einer Entfernung von 700 m auf, bevor das Boot 30 m auf dem Wasser zurückgelegt hatte.