Bundesamt für Naturschutz

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Haslett, J.R (1988): Community characterization for purposes of habitat evaluation: Assessing the influence of winter tourism on some insect assemblages


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Pistenskilauf (Ski Alpin), Wintersport

 

INHALT

Es wird gezeigt, dass adulte Schwebfliegen effektive Indikatoren in alpinen Habitaten sind. Bei Kenntnis des Nahrungssammelverhaltens individueller Arten bieten Schwebfliegen eine zuverlässigere Methode zur Habitatsbeurteilung als grobe Messungen von Artenreichtum oder -diversität.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Die Artendiversität zeigt die Wirkungen von Skibetrieb auf die Vegetation und ihre Biozönose nur unzureichend an. Erst die Betrachtung der Spezialisten verdeutlicht die negativen Wirkungen auf die floristische Vielfalt und damit auf die Möglichkeit, dass auch Nahrungsspezialisten unter den Schwebfliegen existieren können.

Schwebfliegen werden als geeignete Monitoring-Organismen eingeschätzt, mit deren Hilfe sich Einflüsse des Skibetriebes auf alpine Lebensräume aufzeigen lassen ("Frühwarnsystem").

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 240) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).

 

 

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

2 Flächen an den höher gelegenen Hängen des "Stubnerkogels" in den Zentralalpen bei Badgastein, Österreich: Eine Untersuchungsfläche liegt im Gebiet ungestörter Almwiesen, die andere ist entsprechend, war aber während der letzten 16 Jahre durch den Skibetrieb einem beträchtlichen Druck ausgesetzt. Beide Flächen liegen auf einer Höhe von ungefähr 2100 m über N.N. und zeigen südwestliche Exposition. Die Entfernung zwischen den beiden Flächen beträgt etwa 500 m; sie werden durch einen großen Felsblock an der Westseite des Berggipfels getrennt.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Schwebfliegen werden gemäß ihrer Blütenpräferenzen in 3 Hauptgruppen unterteilt:

  • 1. Jene Arten, die Generalisten bei der Nahrungssuche sind; sie ernähren sich von Pollen einer großen Blütenvielfalt, so dass genutzte Futterquellen direkt proportional zur Blütenverfügbarkeit in der Umgebung sind.
  • 2. Spezialisten bei der Nahrungssuche, die sich nur von bestimmten Blütentypen ernähren, wobei im Allgemeinen deren Abundanzen die Auswahl durch die Schwebfliegen nicht beeinflussen.
  • 3. Arten, die sich überwiegend von Graspollen ernähren.

Auf jeder der beiden Flächen wurden im Zeitraum zwischen dem 23. Juni und 9. September 1983 sechs Stichproben gesammelt. Die Probennahme erfolgte nur an warmen, sonnigen Tagen. Gesammelt wurde auf jeder Fläche in einem jeweils 40minütigen Kontrollgang mit einem Kescher, gefolgt von 3 mal 20 Netzschlägen in die Vegetation. Ergänzt wurden diese Methoden durch Fänge mit "Malaise-Fallen" (je eine pro Untersuchungsfläche), die jeweils am Tag der Stichproben geleert wurden.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Artenreichtum; Vorkommen der Nahrungsgilden

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

ungestörte Almwiesen/Almwiesen mit einem 16 Jahre andauernden Skibetrieb

 

 

EINWIRKUNGSDAUER

16 Jahre

 

EINWIRKUNGSART

Skibetrieb

 

EINWIRKUNGSGRAD

Erosion, Vegetationsumbau

 

 

TIERART ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Schwebfliegen (Diptera: Syrphidae) Nahrungsspezialisten der Almwiesen kommen auf Skipisten nicht vor. Kommentar: Ursächlich verantwortlich hierfür sind die Bestandsabnahme und die gänzliche Eliminierung der Nahrungspflanzen der Schwebfliegen unter dem Druck der Schneelast der Pisten und aufgrund der Mähmesser-Wirkung der Skikanten.
Graspollensammelnde Schwebfliegenarten sind auf den Skipisten häufiger als auf den Almwiesen, da die Skipisten von einer Vegetation mit dominierendem Grasarten-Anteil charakterisiert sind.
Auf der Skipiste kommen mehr Generalisten als auf den Almwiesen vor.