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Finney, S.K. (2005): The effect of recreational disturbance on an upland breeding bird, the golden plover Pluvialis apricaria

Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Trekking, Wandern/Geländelauf

 

INHALT

1994 wurde ein beliebter englischer Fernwanderweg in einigen Bereichen saniert, da viele Besucher von ihm abwichen und somit zu Beeinträchtigungen der umgebenden Flora und Fauna beitrugen. Mit Hilfe von über einen langen Zeitraum vor und nach der Sanierung ermittelten Daten untersuchten die Autoren der vorliegenden Studie den Erfolg dieser Maßnahme anhand der räumlichen Verteilung von Goldregenpfeifern bei der Aufzucht ihrer Jungen.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Mit einfachen Maßnahmen zur Besucherlenkung wie der Steigerung der Wegattraktivität konnte ein deutlicher Erfolg hinsichtlich der räumlichen Verteilung von Goldregenpfeifern erzielt werden. Da sich ca. 96 % der Wanderer nach der Sanierung nur noch direkt auf dem Weg aufhielten, waren sie für die Vögel besser einzuschätzen und stellten somit einen geringeren Störreiz dar.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2997) sortiert.

Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)

 

METHODEN

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Snake Summit, Peak District National Park, England. Durch das Hochmoor führt der Fernwanderweg Pennine Way.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Untersuchung der räumlichen Verteilung und des Fortpflanzungserfolges von Goldregenpfeifern entlang des Fernwanderweges von 1986 bis 1998.

Da viele Wanderer den Weg regelmäßig verließen und sich somit weitläufig im Gebiet verteilten, wurde der Pennine Way 1994 zum Schutz von Flora und Fauna saniert.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Statistische Auswertung der ermittelten Daten aus den Jahren von 1986 (siehe hierzu auch Yalden & Yalden (1990): Recreational disturbance of breeding Golden Plovers Pluvialis apricaria) bis 1998.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Anschließender Vergleich der Daten von vor und nach der Wegsanierung.

 

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Vor der Sanierung des Weges: 

  • Ca. 30 % der Wanderer verließen regelmäßig den Weg.
  • Während der Aufzucht ihrer Jungen hielten die Goldregenpfeifer einen Mindesabstand von 200 Metern zu dem Weg ein.

Nach der Sanierung des Weges:

  • Nur noch ca. 4 % der Wanderer verließen den Weg.
  • Die Vögel näherten sich nun auch während der Aufzucht bis 50 Meter an den Weg.

Eine Beeinträchtigung des Fortpflanzungserfolges durch den Freizeitbetrieb konnte nicht festgestellt werden.

 

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Der Vergleich der Daten deutet an, dass selbst einfache Maßnahmen zur Besucherlenkung Beeinträchtigungen auf wildlebende Tiere stark vermindern können.