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Enggist-Düblin, P. (1999): Wandern und Hängegleiten: ein Vergleich ihres Einflusses auf Gämsen

Diese Auswertung wurde erstellt von: Andreas Boldt

 

SPORTARTEN

Drachenflug/Gleitschirmflug (=Hängegleiter), Landgebundener Sport, Luftsport, Wandern/Geländelauf

 

INHALT

In einem Gebiet im Berner Oberland (Augstmatthorn, nähe Interlaken), welches von Hängegleiter- und Wanderbetrieb betroffen ist, wurden die Auswirkungen dieser Sportarten auf Gämsen untersucht. In einem ersten Schritt wurden die unmittelbaren und mittelbaren Reaktionen der Gämsen erfasst. In einem zweiten Schritt wurden empirische Daten zum Freizeitbetrtieb (Häufigkeiten, Verweildauer und Verteilung der Freizeitsportler im Gebiet) erhoben. In einem dritten Schritt wurde ein mathematisches Modell entwickelt, welches erlaubt, den Verlust an Äszeit und Weidefläche pro Tag anhand von Begegnungswahrscheinlichkeiten zu berechnen.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Berechnungen des "Modells Augstmatthorn" ergaben grundsätzlich, dass die Verluste an Äszeit und Weidefläche mit zunehmendem Betrieb ansteigen.

Im Fall der Wanderer steigt der Verlust an Äszeit rasch an (die ersten paar Wanderer haben einen grossen Einfluss) und flacht dann rasch ab (zusätzliche Wanderer sind dann nur noch von geringer Bedeutung). Bei starkem Betrieb (400 Wandererstunden) resultieren für die Gämsen rund 16 % Verlust an Äszeit und zirka 2 % Verlust an Weidefläche.

Im Fall von Hängegleiterbetrieb nehmen Verluste an Äszeit und Weidefläche praktisch linear zu mit der Anzahl Hängegleiterstunden. Beide Zahlen betragen bei 2 Hängegleiterstunden pro Tag rund 50 Prozent.

Dieser markante Unterschied ist einerseits auf die stärkere Reaktion der Gämsen auf Gleitschirme zurückzuführen, andererseits durch das unvorhersehbare Auftreten der Hängegleiter und ihre grosse Flächenwirksamkeit für Gämsen bedingt. Im Interesse der Natur drängen sich Lenkungsmassnahmen auf, insbesondere während der Setzzeit. Erste entsprechende Konzepte konnten in der Schweiz auf freiwilliger Basis in Zusammenarbeit mit den Freizeitsportlern umgesetzt werden.

 

BEZUG/QUELLE

Prof. Paul Ingold

Färichweg 1

CH-3038 Kirchlindach

paul.ingold@gmx.ch

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2943) sortiert.

Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)

 

 

METHODEN

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Augstmatthorn, Berner Oberland, Schweiz

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Ein mathematisches Modell wurde entwickelt, welches erlaubt, den Verlust an Äszeit und Weidefläche pro Tag anhand von Begegnungswahrscheinlichkeiten zu berechnen.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Variabel in der Modellanalyse.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Modellberechnungen für ungestörte Gebiete.

 

 

ERGEBNISSE

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Gämse

Im Fall der Wanderer steigt der Verlust an Äszeit rasch an (die ersten paar Wanderer haben einen grossen Einfluss) und flacht dann rasch ab (zusätzliche Wanderer sind dann nur noch von geringer Bedeutung). Bei starkem Betrieb (400 Wandererstunden) resultieren für die Gämsen rund 16 % Verlu