Bundesamt für Naturschutz

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Fox, A.D. (1994): Food supply and the effects of recreational disturbance on the abundance and distribution of wintering Pochard on a gravel pit complex in southern Britain

Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung   

 

SPORTARTEN

Angeln, Erholung am Gewässer, Kanu, Kajak, Motorboot/Wasserski/Parasailing, Segeln, Surfen

 

INHALT

In der Studie wird der Einfluss der Nahrungsverfügbarkeit auf die Raumnutzung und die Populationsgröße von Tafelenten untersucht und wie Erholungsaktivitäten die Nutzung der Nahrungsressourcen beeinflussen.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(IN)EN

Nur Seen mit einer reichlich ausgebildeten Unterwasservegetation haben eine Habitateignung für Tafelenten. Die Verfügbarkeit von Armleuchteralgenbeständen als Nahrungsgrundlage ist ein Minimumfaktor für Tafelenten. Wassergebundene Erholungsaktivitäten im Winter führten dazu, dass die Tafelente die Nahrungsbiotope verlassen mussten. Gewässer ohne Erholungsaktivitäten (Angeln, Wandern, sonstige ufergebundene Aktivitäten) wiesen höhere Individuenzahlen auf.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 979) sortiert.

Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)

 

METHODEN

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Cotswold Water Park, Kiesgrubenkomplex im südlichen Bereich von Zentral-Großbritannien (Einzugsbereich der Themse)

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Zwischen November 1988 und März 1989 wurden Seen vier oder fünf Mal monatlich aufgesucht. Freizeitaktivitäten wurden notiert. Die durchschnittliche Anzahl der Vögel im Januar, bezogen auf die Seefläche, wurde als Bezugsgröße für die Populationsentwicklung im Zeitverlauf genommen und Biotop- und Nutzungsparametern gegenübergestellt. Die Nahrungskapazität der Seen für Tafelenten wurde definiert.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Anzahl der Enten in Abhängigkeit von Nahrungsressourcen und Erholungsaktivitäten.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Das Gebiet ist ein bedeutender Überwinterungsbiotop für mehrere Wasservogelarten, wird aber gleichzeitig auch für eine Vielzahl von Freizeitaktivitäten (inkl. Motorboot- und Wasserskifahren) genutzt. Die Steigerungsrate von Wassersportaktivitäten lag jährlich zwischen 3 und 10 %, womit gleichzeitig die zum Überwintern für Vögel verfügbare Wasserfläche sowohl im Untersuchungsgebiet als auch generell in Großbritannien abnahm.

 

ERGEBNISSE

EINWIRKUNGSART

optische und akustische Beunruhigungen durch:

  • Motorboot- und Wasserskifahren
  • Aktivitäten am Ufer

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Tafelente

  • Seen mit einer Wasserflächengröße von weniger als 6 ha werden von Tafelenten generell nicht genutzt. (Da Tafelenten einen langen Anlaufweg zum Auffliegen benötigen, kann die (langgestreckte) Form des Sees es aber auch ermöglichen, dass kleinere Seen genutzt werden können).
  • Seen mit laufenden Kiesausbaggerungen werden gemieden.
  • Seen mit Motor- und Wassersportaktivitäten werden gemieden.
  • Obwohl einige der Seen günstige Nahrungsbiotope aufwiesen wurden sie von Tafelenten nicht genutzt.
  • Ein einziges Segelboot genügte, um die Tafelenten zum Verlassen des Sees zu veranlassen.
  • Auch in Fällen, in denen Erholungsaktivitäten nicht zu dieser heftigen Störreaktion führten, lag die Nutzung einiger Seen unterhalb der Kapazitätsgrenze, die sich aus der Verfügbarkeit der Nahrung ergab. Die Länge des Ufers und die damit verbundene Dispersion der Erholungsaktivitäten machte eine Analyse jedoch schwierig. Bei langen Uferlinien war es eher möglich als bei kurzen, die Nahrungskapazität der Seen zu einem höheren Prozentsatz zu nutzen. In jedem Fall führten Erholungsaktivitäten jedoch dazu, dass die verfügbaren Nahrungsressourcen nicht vollständig genutzt werden konnten.