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Busche, Günther (2006): Zur Vogelbesiedlung des Golfplatzes "Apeldör" in einer Knicklandschaft im Westen Schleswig-Holsteins 2002-2004

Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Golf

 

INHALT

Ziel der Untersuchung ist aufgrund des zunehmenden Flächenverbrauchs durch den Bau von Golfplätzen die Beantwortung der Frage nach der Vogelbesiedlung solcher Golfanlagen, hier im Vergleich zur vorherigen Agrar-Knicklandschaft. Als Knick werden in Norddeutschland und insbesondere in Schleswig-Holstein wallartige Baum- und Heckenreihen bezeichnet.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Zusammenfassend lässt sich eine positive Entwicklung des Vogelbestandes auf dem Golfplatz festhalten. Das Einbinden bestehender Strukturen wie Gehölzgruppen, Knicks oder Waldbereiche haben ebenso dazu beigetragen wie das Anlegen neuer Lebensräume. Insbesondere Wasservögel profitieren von den neu angelegten Gewässern. Einen eigenen Landschaftstyp bilden Golfplätze aber nicht, somit lässt sich auch keine Leitartengruppe herleiten.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 3018) sortiert.

Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)

 

METHODEN

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Der seit 1998 bespielte 18-Loch-Golfplatz Apeldör bei Hennstedt im Naturraum Geest, Schleswig-Holstein. Vor dem Bau der Golfanlage bestand das Gebiet aus 85 % Acker- und 15 % Grünlandflächen. Vorhandene Großstrukturen wie Gewässer, Knicks, Gehölzgruppen, Wald und Wege wurden in die Golfanlage miteinbezogen, der zu über 80 % von Kulturrasen inklusive selten gemähter Roughs bedeckt ist.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Ermittlung des Vogelbestandes auf dem Golfplatz innerhalb der Jahre 2002 bis 2004 und anschließender Vergleich mit Erhebungen von der umliegende Agrar-Knicklandschaft sowie mit existierenden Daten von vor dem Bau des Golfplatzes zum Naturraum Geest aus dem Jahr 1992.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Vogelbestand differenziert nach Arten und Verteilung.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Die Vogelbestandserhebungen wurden mittels der Kartierungsmethode, teils kombiniert mit Nistkastenkontrollen und Brutnachweisen durchgeführt.

 

ERGEBNISSE

EINWIRKUNGSDAUER

Der Golfplatz wurde 1998 in Betrieb genommen, die Untersuchungen fanden von 2002 bis 2004 statt.

 

EINWIRKUNGSART

Umstrukturierung der Landschaft.

 

EINWIRKUNGSGRAD

Unterschiedliche, insgesamt aber überwiegend positive Auswirkungen für bestimmte Vogelarten.

 

TIERART

Vögel

 

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Im Vergleich zur umliegenden Knicklandschaft und zu Zeiten vorheriger landwirtschaftlicher Nutzung ist der Vogelbestand des Golfplatzes vielfältiger. Insbesondere Boden- und Wasservögel, die von den neu angelegten Gewässern profitieren, konnten Bestände und Artenzahl erweitern. Insgesamt elf Arten erreichten vergleichsweise größere Vorkommensdichten, dreizehn Arten kamen in gleicher oder ähnlicher Weise vor und fünf Arten erzielten geringere Bestände.

 

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Vergleiche mit anderen Studien, die zu ähnlichen Ergebnisse hinsichtlich der Zunahme des Vogelbestandes und insbesondere der Wasservögel kommen, lassen den Schluss zu, dass Golfplätze die Situation für bestimmte Vogelarten im Vergleich zu strukturarmen Ackerflächen verbessern können, wenn bei ihrer Anlage auf natürliche und ungestörte Lebensräume geachtet wird.

 

BEMERKUNGEN

Keine Angaben