Bundesamt für Naturschutz

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Bregnballe, Thomas; Madsen, Jesper; Rasmussen, Palle A.F. (2004): Effects of temporal and spatial hunting control in waterbird reserves

Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Jagd

 

INHALT

Um die Reaktion von Wat- und Wasservögeln hinsichtlich ihrer Verteilung und Individuenanzahl auf freizeitliche Jagd zu untersuchen, wurden in Dänemark Beobachtungen in unterschiedlich reglementierten Gebieten durchgeführt.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Das Experiment zeigt, dass Störungen durch Jagd nicht ausreichend durch zeitliche Beschränkungen vermindert werden können und insbesondere Schnepfen und Krickenten mit dem Verlassen der bejagten Räume reagieren. Außerdem sollten an Schutzzonen angrenzende Gebiete in ein allgemeines Jagdverbot einbezogen werden, um langfristig eine hohe Artenvielfalt zu sichern.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 3002) sortiert.

Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)

 

METHODEN

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Die Untersuchungen wurden in zwei als Europäische Vogelschutzgebiete ausgewiesenen küstennahen Feuchtgebieten in Dänemark durchgeführt: Vendsyssel im Norden Dänemarks und Harboør Tange am Ringkøbing Fjord.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Beobachtung und Zählung von Wat- und Wasservögeln auf verschiedenen Versuchsflächen in zeitlich und räumlich unterschiedlich bejagten Gebieten über mehrere aufeinander folgende Jahre. Daneben wurden außerdem die gehörten Schüsse sowie die Standorte der Jäger notiert. Auch wurden die Jäger gebeten, die Untersuchung zu unterstützen, indem sie Informationen zu ihrer Jagd und Beute geben sollten.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Anzahl und Verteilung der Vögel

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Die Untersuchungsgebiete teilten sich hinsichtlich ihrer erlaubten Bejagung wie folgt auf:

Jagdbestimmungen in Vendsyssel

Jahr/Fläche A B C
1997 uneingeschränkte Jagd uneingeschränkte Jagd uneingeschränkte Jagd
1998 Jagd innerhalb einer Stunde vor bis 1,5 Stunden nach Sonnenuntergang erlaubt Jagd innerhalb einer Stunde vor bis 1,5 Stunden nach Sonnenuntergang erlaubt Jagdverbot
1999 Jagdverbot Jagdverbot Jagd innerhalb einer Stunde vor bis 1,5 Stunden nach Sonnenuntergang erlaubt
2000 Jagd innerhalb einer Stunde vor bis 1,5 Stunden nach Sonnenuntergang erlaubt Jagd innerhalb einer Stunde vor bis 1,5 Stunden nach Sonnenuntergang erlaubt Jagd innerhalb einer Stunde vor bis 1,5 Stunden nach Sonnenuntergang erlaubt

Jagdbestimmungen in Harboør Tange

Jahr/Fläche A B
1995-1998 uneingeschränkte Jagd von Samstags bis Dienstags uneingeschränkte Jagd von Samstags bis Dienstags
1999 uneingeschränkte Jagd von Samstags bis Dienstags Jagdverbot
2000 uneingeschränkte Jagd von Samstags bis Dienstags Jagd innerhalb 1,5 Stunden vor Sonnenaufgang bis 10.00 morgens von Samstags bis Dienstags erlaubt

 

ERGEBNISSE

EINWIRKUNGSDAUER

Siehe dazu die jeweiligen Jagdbestimmungen unter Methoden: Kontrollzustand/Ausgangslage

 

EINWIRKUNGSART

Jagd

 

EINWIRKUNGSGRAD

Abhängig hinsichtlich der Jagdbestimmungen

 

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Insgesamt ließen sich negative Auswirkungen zeitlich begrenzter Jagd auf die Individuenanzahl feststellen. Insbesondere Schnepfen und Krickenten reagierten hinsichtlich ihrer Anzahl empfindlich auf die Jagd. In Zeiten vollständigen Jagdverbotes konnten die höchsten Werte gemessen werden. Außerdem hielten sich die Zugvögel zeitlich länger in den unbejagten Gebieten auf.

 

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Keine Angaben. Die Autoren weisen allerdings auf limitierende Faktoren des Experiments hin, die beispielsweise Studien in stärker bejagten oder über einen längeren Zeitraum gar nicht bejagten Gebieten sinnvoll machen würden.

 

BEMERKUNGEN

Die Autoren weisen auf drei limitierende Faktoren des Experiments hin: ein allgemeines Jagdverbot galt im Untersuchungszeitraum nur für die Periode von einem Jahr. Andere Studien zeigen, dass einige Zugvogelarten deutlich länger brauchen, um zu lernen, in welchen Küstenbereichen sie von der Jagd ungestört bleiben. Die Versuchsflächen waren recht klein und es bestand keine Kontrolle über die Jagdintensität, die innerhalb der Flächen etwas variierte.