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Cole, David N.; Monz, Christopher A. (2003): Impacts of camping on vegetation: Response and recovery following acute and chronic disturbance

Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Andere Freizeitaktivitäten, Zelten

 

INHALT

Freizeit- und Tourismusaktivitäten zählen zu den führenden Bedrohungen weltweiter Bergflora. Trotzdem ist es Besuchern in vielen Regionen gestattet, sich dort aufzuhalten und auch zu zelten, wo sie es ihnen beliebt. Anhand einiger Untersuchungsreihen in bisher ungestörten Bereichen der Wind River Mountains in den USA, zeigen die Autoren dieser Studie die Auswirkungen des Campens auf zwei verschiedene Pflanzengesellschaften auf.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Die Studie zeigt, dass selbst vereinzeltes Zelten ohne Lagerfeuer Vegetationsschäden hervorrufen kann. Im Sinne einer „Hinterlasse keine Spuren“ Philosophie von Schutzgebieten ist daher insbesondere darauf zu achten, wo Besucher zelten. Pflanzengesellschaften im Nadelwald sind weit anfälliger und erholen sich außerdem nicht so schnell von Belastungen, wie solche in Wiesen.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2979) sortiert.

Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)

 

METHODEN

EINWIRKUNGSDAUER

Unterscheidung der Einwirkung nach folgenden Intensitäten des Zeltens auf jeweils vier Flächen:

 

  • Eine Nacht pro Jahr für ein Jahr

  • Vier Nächte pro Jahr für ein Jahr

  • Eine Nacht pro Jahr für drei Jahre

  • Vier Nächte pro Jahr für drei Jahre


EINWIRKUNGSART

Zelten mit jeweils vier Personen auf einer Fläche.

 

EINWIRKUNGSGRAD

keine Angaben

 

VEGETATIONSEINHEIT/ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Beide untersuchten Parameter zeigten insgesamt eine negative Beeinträchtigung durch das Zelten. In beiden Vegetationseinheiten zeigte sich aber keine proportionale Zunahme an Vegetationsschäden zwischen ein- oder mehrtägigen bzw. ein- oder mehrjährigen Zelten.

Die Flächen im Nadelwald zeigten bereits nach einem Jahr ihre deutlichsten Belastungen, die Flächen in den Auwiesen nach dem zweiten Jahr. Außerdem war das Ausmaß des Vegetationsverlustes in den Wiesenflächen nach viertägigem Zelten in drei aufeinander folgenden Jahren nicht einmal halb so groß, wie das nach einmaligem Zelten in den Waldflächen.

Auf den Versuchsflächen der Wiesen hatte schon nach einem Jahr eine vollständige Regeneration stattgefunden, die Waldflächen dagegen erholten sich selbst nach drei Jahren nicht ganz. Unterschiede zwischen unmittelbaren und anhaltenden Störungen durch das Zelten waren dagegen nicht ausgeprägt.

 

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Die Ergebnisse der Studie stimmen mit denen von Untersuchungen zu Trampelpfaden überein, so dass Rückschlüsse auf Lebensräume mit ähnlichen Pflanzengesellschaften möglich sind.

 

ERGEBNISSE

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Die Versuchsreihen fanden in der subalpinen Zone der Wind River Mountains, einem Gebirgszug der amerikanischen Rocky Mountains, im Bundesstaat Wyoming statt. Die beiden dort untersuchten Pflanzengesellschaften waren zum einen Nadelwälder mit ihrem Unterholz (vorwiegend Vaccinium scoparium) und zum anderen Auwiesen mit verschiedenen Gräsern und Stauden (vorwiegend Deschampsia cespitosa).

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

In jeder der beiden Pflanzengesellschaften wurden 16 Zeltplätze nach folgenden Kriterien ausgewählt: Ungestört, flach, mindestens 49m2 groß und mit jeweils möglichst ähnlicher Vegetation.

Um zwischen unmittelbaren und anhaltenden Auswirkungen des Zeltens unterscheiden zu können, wurden die Flächen im Zeitraum von Ende Juli bis Mitte August von jeweils vier Personen mit verschieden hoher Intensität genutzt (siehe dazu auch Ergebnisse – Einwirkungsdauer).

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Ermittlung der Vegetationsdichte und –höhe jeweils vor und nach dem Zelten sowie nach einem Jahr der Regeneration.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Zum Vergleich wurden außerdem vier Kontrollflächen ausgewählt, auf denen nicht gezeltet wurde.