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Boldt, A.; Ingold, P. (2005): Effects of air traffic, snow cover, and weather on altitudinal short-term and medium-term movements of female Alpine chamois Rupicapra rupicapra in winter

Diese Auswertung wurde erstellt von: Andreas Boldt

 

SPORTARTEN

Drachenflug Gleitschirmflug (=Hängegleiter), Luftsport, Motorflug

 

INHALT

We studied the altitudinal movements of eight radio-collared female Alpine chamois Rupicapra rupicapra in the Swiss Alps to investigate how air traffic and environmental factors affect daily movements and medium-term altitudinal displacements in winter. Average altitude was often similar during periods of several days depending mainly on snow cover. Daily altitudinal movements occurred at all altitude levels and seemed to be affected more by local topography and habitat structure than by current environmental conditions. In individuals that were above the timberline in the morning, and thus were potentially exposed to air traffic, the first aircraft of a day could induce a downward movement, and a high intensity of air traffic (I. e. many aircraft during most of the day) affected the altitudinal difference that was covered during the whole day. After a downward movement the chamois returned to higher altitudes within a day and the following night, confirming their preference for the open pastures above the timberline. Two groups of chamois that were exposed to different intensities of air traffic, did not differ in their altitudinal movements, indicating a weak effect of aircraft.

Key words: aircraft, Alpine chamois, human disturbance, paragliders, Rupicapra rupicapra, vertical movements, winter conditions.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

The daily energy costs of altitudinal locomotion were not considerably increased. We estimate that, on an average winter day, the energy costs of locomotion were not increased by more than 0.1% of the field metabolic rate (FMR) due to aircraft. However, a combination of deep snow and very intensive air traffic may result in a much higher increase in the energy expenditures on certain days. Further reasons for this ambiguous influence of air-craft are discussed.

 

BEZUG/QUELLE

Dr. Andreas Boldt

WildARK

Tillierstrasse 6a

CH-3005 Bern

andreas.boldt@wildark.ch

 

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2942) sortiert.

Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)

 

METHODE

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Wengen-Männlichen, Berner Oberland, Schweiz

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

30 Gämsen wurden mit Schlingenfallen gefangen und mit Halsbandsendern versehen. Die Senderdaten zur Aktivität und zum Höhenaufenthalt der Gämsen wurden durch zwei Datenlogger automatisch aufgezeichnet. Mittels multivariater Modellanalysen wurden die für die Habitatnutzung der weiblichen Gämsen relevanten Umgebungsfaktoren identifiziert, separat für die Hell- und Dunkelperioden.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Der Flugbetrieb wurde charakterisiert durch: Auftreten des ersten täglichen Luftfahrzeugs, Auftreten des letzten täglichen Luftfahrzeugs, Anzahl der täglichen Luftfahrzeuge, Art der Luftfahrzeuge (Gleitschirm, Helikopter, Kleinflugzeug), überflogene Gebiets-Sektoren, Intensität des Flugbetriebs (berechnet sich aus den anderen Parametern).

Als weitere Umgebungsfaktoren flossen in die Analyse ein: Schneebedeckungsgrad, Neuschneemenge, Schneehöhe, Lufttemperatur, Sonneneinstrhlung (div. Parameter), Windgeschwindigkeit

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Verglichen wurden:


  • Individuen an Tagen mit starkem und schwachem (bzw. ohne) Flugbetrieb.
  • zwei Gruppen, die wegen unterschiedlichem Home Range unterschiedlich starkem Flugebterieb ausgesetzt waren.

 

ERGEBNISSE

EINWIRKUNGSDAUER

- kurzfristig (Minuten bis 2 Stunden)

- mittelfristig (2 bis 24 Stunden)

 

EINWIRKUNGSART

Optische (seltener akustische) Störung durch direkten Überflug oder Passierflug innert < 500 m. Keine andere anthropogene Störung.

 

EINWIRKUNGSGRAD

Variabel; zwischen 0 und 69 Luftfahrzeuge pro Tag.

 

TIERART

Gämse

 

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

  • Die tägliche Abwärtsbewegung kann vom ersten Luftfahrzeug ausgelöst werden.
  • Die täglich zurückgelegte Höhendifferenz wird nur sehr schwach von der Intensität des Flugbetriebs beeinflusst.
  • Der Energieverbrauch ist durch den Flugbetrieb nicht wesentlich erhöht.
  • Der mittelfristiger Höhenaufenthalt ist nicht vom Flugebtrieb beeinflusst.

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