Bundesamt für Naturschutz

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Berger, Veronika (1996): Neues aus der "Störungsbiologie" am Beispiel der Waldohreule


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung     

  

SPORTARTEN 

Wandern/Geländelauf 

  

INHALT 

Ziel der Arbeit ist es, festzustellen, ob und wann ein Störreiz vorliegt. Hierzu sollen anthropogene mit "natürlichen" Störreizen (Feinde der Waldohreule) verglichen werden. Weiterhin soll geprüft werden, ob eine Gewöhnung an Störreize möglich ist.  

  

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN 

Die Untersuchungen an im Freiland brütenden Waldohreulen zeigen starke unmittelbare Reaktionen (Herzfrequenzsteigerungen) auf menschliche Annäherungen, die die Tiere nicht gewöhnt sind. Diese sind größer als die durch andere, "natürliche" Feinde ausgelösten Reaktionen (Volierenversuche mit nicht brütenden Eulen; Vergleiche zwischen Reaktionen Verhalten und Herzfrequenzen auf das Darbieten verschiedener Feinde). Die heftigen Reaktionen auf menschliche Annäherungen können jedoch unter bestimmten Umständen durch Habituation (Gewöhnung) abgefangen werden.  

  

BEZUG/QUELLE 

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2679) sortiert.

Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)

Methoden

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)  

Österreich, keine weiteren Angaben  

  

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)  

Beobachtung des Verhaltens und paralleles Messen der Herzfrequenz von Waldohreulen in Volieren beim Anblick natürlicher Feinde und eines Menschen.   

  

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN 

Herzfrequenz über Ruhefrequenz  

  

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE 

ungestörte Waldohreule in einer Voliere  

 

Ergebnisse

EINWIRKUNGSART 

Präsentation eines "natürlichen" Feindes aus 4 Meter Distanz  

   

TIERART & ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Tierart: Waldohreule 


  • Die Herzfrequenz steigt beim Anblick eines Menschen stärker als beim Anblick eines lebenden Uhus oder einer Bussard- oder Fuchsattrappe.
  • Gegenüber Menschen haben Eulen kein eindeutiges Verhaltens-Ablaufschema; die Herzfrequenz steigt deutlich an und liegt über der bei natürlichen Feinden, auch wenn dasselbe Verhalten gezeigt wird.
  • Trotzdem wurde beim Anblick eines Menschen nur in ca. 11 % der Annäherungen Flucht ausgelöst, während Flucht bei lebenden Feinden (Uhu) in fast 30 % der Fälle als Konsequenz des Störreizes auftrat. Hier scheint eine klare Verhaltensdisposition vorzulegen, beim Menschen jedoch nicht.