Bundesamt für Naturschutz

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Blick, Theo (1994): Spinnen (Arachnida: Araneae) als Indikatoren für die Skibelastung von Almflächen


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung     

  

SPORTARTEN 

Pistenskilauf (Ski Alpin) 

  

INHALT 

Die bodenbewohnende Spinnenfauna zweier Almen wurde untersucht. Eine Alm wird für den Skibetrieb genutzt, die andere ist nicht erschlossen. Zentrale Frage ist, ob sich die Spinnenfauna der Almen voneinander unterscheidet. 

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN 

Die Daten zeigen deutliche Unterschiede (Artenzahl, Artenzusammensetzung, Ähnlichkeitswerte, Dominanzstruktur, Evenness und Diversität, ökologische Ansprüche der Arten, Vorkommen bemerkenswerter Arten) zwischen der Skialm und der unerschlossenen Alm, die auf die Skinutzung zurückzuführen sind. 

Die Skialm weist eine stark gestörte Spinnenfauna auf, die nicht als typisch alpin zu erkennen ist, während die unerschlossene Alm einen Großteil spezialisierte und auch für die Höhenlage typische Arten beherbergt. 

Spinnen erweisen sich als aussagekräftige Gruppe auch für derartige Fragestellungen. 

  

BEZUG/QUELLE 

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2618) sortiert.

Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)

Methoden

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)  

Krautkaseralm (mit intensivem Skibetrieb), Wasserfallalm (ohne Skibetrieb), Nationalpark Berchtesgardener Alpen, Bayern 

   

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)  

Fang von Spinnen in Bodenfallen, die gleichmäßig über die beiden Untersuchungsflächen verteilt waren. Interpretation der Ergbnisse im Hinblick auf den Faktor, durch den sich die Almen unterschieden, nämlich den Skibetrieb. 

   

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN 

Die Ergebnisse werden tabellarisch, nach groben ökologischen Typen und auf Basis verschiedener Ähnlichkeitsindices ausgewertet. Verschiedene Ähnlichkeitsindices in verschiedenen Varianten (auch ohne Lycosidae [Wolfspinnen], nur mit Linyphiidae [Balachinspinnen], Artenvergleich auf Basis zweier Indices) werden graphisch dargestellt und diskutiert. Die Ergebnisse werden mit den Laufkäfer- und Weberknechtbefunden verglichen. 

   

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE 

Zum Skifahren genutztes Gebiet; Alm ohne Skibetieb. 

 

Ergebnisse

TIERART & ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Tierart: Spinnen

Deutliche Unterschiede zwischen den beiden untersuchten Almen zeigen sich in folgenden Details:


  • Artenzahl: Die unerschlossene Wasserfallalm (n=19) beherbergt im Vergleich zur Krautkaseralm (n=35) nahezu die doppelte Anzahl an Spinnenarten.
  • Artenzusammensetzung: Ausgehend von der Zusammensetzung auf der zum Skifahren genutzten Krautkaseralm kommen auf der Wasserfallalm fast nur spezialisierte Arten hinzu.
  • Ähnlichkeit: Die beiden Flächen haben nur geringe Ähnlichkeiten (z. B. Renkonen-Index: 32 %). Dies ist für zwei Offenlandstandorte desselben Biotoptyps in derselben geographischen Lage unerwartet wenig.
  • Dominanzstruktur: Die Dominanzstruktur ist auf der Wasserfallalm wesentlich ausgeglichener als auf der Krautkaseralm.
  • Aktivitätsdichte: Die Aktivitatsdichte ist auf der Ski-Alm Krautkaseralm drei mal so hoch wie auf der unerschlossenen Wasserfallalm. Dies ist durch unterschiedlichen Raumwiderstand erklärbar.
  • Ökologische Ansprüche der Arten: Die am Boden aktive Spinnenfauna der zum Skibetrieb genutzten Krautkaseralm enthält zu 98 % vergleichsweise euryöke, störungsunempfindlichere Offenlandarten. Spezialisiertere Arten sind fast vollständig von weit verbreiteten Generalisten verdrängt worden. Hingegen machen die Offenlandarten auf der Wasserfallalm nur 43 % (bzw. 28 % ohne Falle 5) aus.
  • Bemerkenswerte Arten: Einige faunistisch bemerkenswerte Arten wurden fast ausschließlich auf der nicht für den Skibetrieb genutzten Wasserfallalm nachgewiesen.