Bundesamt für Naturschutz

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Burger, J.; Gochfeld, M. (1991): Human activity influence and diurnal and nocturnal foraging of Sanderlings (Calidris alba)


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung     

 

 

 

SPORTARTEN 

Laufen, Wandern/Geländelauf 

INHALT 

Es wird untersucht, welche Verhaltensänderungen durch die Menschen bei überwinternden, nahrungssuchenden Sanderlingen verursacht werden. 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN 

Die Nahrungssucheaktivitäten der Sanderlinge werden durch die Anwesenheit der Menschen stark beeinflusst. Der Anteil von Menschvermeidungsverhaltensweisen wie Auffliegen und Wegrennen nimmt deutlich zu, während Nahrungssuchaktivitäten abnehmen. Konsequenz ist eine Verlagerung oder Ausdehnung der Nahrungssuche in die Nacht.  


Methoden

 

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)  

Delray Beach, Florida, USA  

  

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)  

1. Untersuchung von Einflussfaktoren auf das Nahrungssuchverhalten des

    Sanderlings in Abhängigkeit von:


  • zeitlichen Unterschieden der Anwesenheit von Menschen
  • den tageszeitlich verschiedenen Nahrungssuchverhalten
  • den Wirkungen der Menschen auf das Nahrungssuchverhalten.

2. Nutzen Sanderlinge die Nacht zur Nahrungssuche als Mechanismus Menschen zu

    vermeiden?

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN 

Entlang eines Transekts wurde das Verhalten von Sanderlingen in 1-Minuten-Intervallen protokolliert (Dauer der Nahrungsaufnahme, Aggressivität, Aufmerksamkeit/Sichten, etc.) in Abhängigkeit von Menschen in einer Distanz von < 10 und < 100 m.  

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE 

Untersuchung in jeweils der letzten Dezemberwoche und den beiden ersten Januarwochen 1985/86, 1987/88 und 1989/90 an einem Tide-beeinflussten Strand, der intensiv mit touristischen Freizeitaktivitäten belegt ist.

 

 

Ergebnisse

 

EINWIRKUNGSART 

Verdrängen von den Nahrungsbiotopen  

 

EINWIRKUNGSGRAD 

Nahrungsaufnahme war noch möglich in Strandabschnitten von ca. 20 m und bei Anwesenheit von nicht mehr als 2 Personen innerhalb von etwa 100 m.  

  

TIERART & ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG


  • Potenziell stärkere Konflikte während der Hauptnahrungssuchzeiten am frühen Morgen und späten Nachmittag.
  • Anwesenheit von Menschen ist entscheidend für die zur Nahrungssuche zur Verfügung stehende Zeit. Mit der Anzahl der Menschen am Strand bzw. innerhalb einer Entfernung von 100 m nahm die zur Nahrungssuche zur Verfügung stehende Zeit ab.
  • Sanderlinge verbrachten mit zunehmender Anzahl der Menschen am Strand mehr Zeit mit Fliegen oder Weglaufen und der Suche nach neuen Watt- bzw. Spülsaumabschnitten ohne Menschen.
  • Das reduzierte Zeitbugdet zur Nahrungssuche führte dazu, dass die Sanderlinge die Nahrungssuche in die Nacht ausdehnten oder verlagerten.

BEMERKUNGEN 

Die Autoren machen keine Angaben zu möglichen negativen Wirkungen der Störreize auf den Sanderling. Offensichtlich gehen sie davon aus, dass die während des Tages reduzierte Nahrungsaufnahme in der Nacht kompensiert werden kann, auch wenn die Effizienz der Nahrungssuche dieses überwiegend tagaktiven Vogels etwas eingeschränkt zu sein scheint.