Bundesamt für Naturschutz

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Blaser, P. (1993): Vertreibung von Schwarzhalstauchern durch Feuerwerk und Boote


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung     

  

SPORTARTEN 

Wassersport 

  

INHALT 

Die Verlagerung von Vogelkontingenten als Folge eines Feuerwerkes und vorausgegangene Störung durch Boote wird beschrieben. Es wird mitgeteilt, nach welchen Zeiträumen die gestörten Seebereiche wieder von den Vogelarten genutzt wurden.  

  

BEZUG/QUELLE 

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 667) sortiert.

Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)


Methode

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)  

Thuner See, Schweiz  

  

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)  

deskriptive Beobachtung  

  

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN 

Beschreibung von status ante, status quo und status post in Abhängigkeit vom Störereignis  

  

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE 

Ausgehend von einer Anfangsverteilung der Vögel in abgegrenzten, dem Ufer vorgelagerten Seeabschnitten erfolgte eine räumliche und langandauernde Umverteilung der Vogelkontingente nachdem von 5 im See verankerten Pontons ein Feuerwerk gestartet wurde.  

 

 

Ergebnisse

EINWIRKUNGSDAUER 

Nachmittag (Boote) und Abend (Feuerwerk)  

  

EINWIRKUNGSART 

Feuerwerk und Anwesenheit von Booten  

  

EINWIRKUNGSGRAD 

nachhaltig, über mehrere Wochen anhaltend  

  

TIERART & ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Verdrängung Vergrämung von Individuen aus den beeinträchtigen Seeabschnittbereichen

Der vor dem Feuerwerk vorhandene Bestand von Schwarzhalstauchern lag auch ca. 14 Tage später nur bei ca. 10 % des Ausgangsbestandes. Erst 7 Wochen später nutzte eine in etwa gleich hohe Anzahl von Individuen wieder den beeinträchtigten Gewässerabschnitt.

 

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME? 

Es besteht wahrscheinlich eine besondere Empfindlichkeit bei Schwarzhalstauchern gegenüber Störungen, möglicherweise v.a. gegenüber Lärm. Andere im Gebiet vorhandene Arten wie Tafelente nutzten die vom Feuerwerk beeinträchtigten Bereiche wie zuvor; dies galt jedoch nicht für Blässhühner, deren Aufenthaltsorte sich um ca. 1 km vom Störort entfernt verlagerten. Erst 4 Wochen später nutzten sie wieder die alten Liegeplätze. Es werden keine Ausführungen gemacht, ob es sich um dieselben Individuen handelt. Somit ist nicht klar, ob es evtl. zu einem Austausch der Vogelkontingente kam und deshalb der von Feuerwerk beeinträchtigte Ort nicht als beeinträchtigt wahrgenommen wurde. Da aber der gestörte Bereich über 4 (Blässhuhn) bzw. 7 (Schwarzhalstaucher) Wochen nicht mehr aufgesucht wurde, ist sehr wahrscheinlich, dass es sich um dieselben Individuen handelte.  

  

BEMERKUNGEN 

Schwarzhalstaucher ziehen sich bei Beeinträchtigungen durch Boote in ruhige Gewässerbereiche zurück. Im Gegensatz zu anderen Wasservogelarten reagieren sie auch auf laute Musik sehr empfindlich.