Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Brandt, S.; Schmidtke, R. (1994): Vorkommen von Taeniopteryx nebulosa (Linnaeus 1758) in der Lüneburger Heide Niedersachsen


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung     

  

SPORTARTEN 

Kanu, Kajak 

  

INHALT 

Der Grund für die Verbreitungslücke der Steinfliegenart (Insecta: Plecoptera) Taeniopteryx nebulosa im südlichen Einzugsgebiet der Elbe in Niedersachsen wurde untersucht durch Probennahme in 15 Bächen der Lüneburger Heide. 

Taeniopteryx nebulosa wurde im Elbeeinzugsgebiet nur in nördlichen Zuflüssen gefunden. Aus den südlichen Elbezuflüssen liegt kein Nachweis vor, obwohl die Ilmenau zwischen 1979 und 1983 intensiv untersucht wurde. Da im Bereich der Lüneburger Heide die Zuflüsse der Ilmenau in unmittelbarer Nähe zu den Bächen des Allersystems liegen, von denen sie sich strukturell augenscheinlich nicht unterscheiden und in denen T. nebulosa an verschiedenen Stellen gefunden wurde, kam die Frage auf, warum sie in den südlichen Elbezuflüssen nicht nachzuweisen war. Eine Erklärung schien sich aus den Verhältnissen während der vorletzten Kaltzeit (Saale-Glazial) abzuleiten, in der dieses Gebiet durch die Eisrandlage geprägt war. In diesem Bereich entstand während des Warthe-Stadiums die Wasserscheide zwischen Elbe und Weser. Daraus ergaben sich für die beiden Gewässersysteme unterschiedliche Besiedlungszeiträume. 

  

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN 


  • Die Vermutung, dass T. nebulosa, aufgrund der Verhältnisse während der vorletzten Kaltzeit, die südlichen Elbezuflüsse nicht besiedeln konnte, trifft nicht zu. Es ist unwahrscheinlich, dass die Steinfliege erst in den letzten Jahren in dieses System eingewandert ist und nun in zwei Gewässern gleichzeitig auftritt. Naheliegender ist, dass ihr Bestand sehr stark reduziert war und sie sich nur in Refugien halten konnte, die durch die vorausgegangenen Untersuchungen nicht erfasst worden waren.
  • Da T. nebulosa 1992 auch erstmals an langjährig beprobten Standorten nachgewiesen werden konnte, kann davon ausgegangen werden, dass sie sich hier wieder ausbreitet.
  • Dass T. nebulosa in einigen Fließgewässern des Allersystems nicht nachgewiesen werden konnte, erklärt sich aus einer falschen Probeflächenwahl; Probeflächen müssen im Mittellaufbereich eines Fließgewässers liegen.
  • Sandumlagerungen sind der entscheidende Grund für die Besiedlung oder Nichtbesiedlung eines Gewässers durch diese Steinfliegenart. Die Larven reagieren gegenüber Sandumlagerungen sehr empfindlich.

 

BEZUG/QUELLE 

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 484) sortiert.

Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)

 


Methoden

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland) 

"Lüneburger Heide" (Geestlandschaft zwischen Aller und Unterelbe): Die naturnahen, durch einen Gehölzsaum beschatteten Bäche werden vorwiegend durch Grundwasser gespeist. Sie können als sommerkalte und zugleich winterwarme Bäche charakterisiert werden. Aufgrund der sandigen Böden in der Umgebung ist die Wasserführung relativ ausgeglichen. Durch die hohe Fließgeschwindigkeit kommt es zu einem kleinräumigen Wechsel der Substrate Geröll, Kies und Sand. Das Wasser ist basen- und nährstoffarm.

Probestellen im Allersystem: Von acht dort untersuchten Gewässern fließen zwei (Bruchbach, Lachte) direkt, zwei (Weesener Bach, Sothrieth) über die Örtze und vier (Haberlandbach, Aschau, Lutter, Schmalwasser) über die Lachte in die Aller. Sieben der 15 beprobten Bäche gehören zum Elbesystem, sie wurden nach strukturellen Ähnlichkeiten mit den Standorten im Allersystem ausgewählt. Sie fließen direkt (Wipperau, Gerdau) oder über die Gerdau (Hardau, Schwienau) bzw. die Stederau (Esterau, Aue, Bornbach) in die Ilmenau. Die Ilmenau erreicht östlich von Hamburg linksseitig die Elbe. 

  

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)  

Beide Fließgewässersysteme wurden an 16 Probestellen in 15 verschiedenen Bächen faunistisch, floristisch, chemisch, physikalisch und strukturell vergleichen. 

   

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN 

Verglichen werden (die Biotopparamter von) Fließgewässer mit und ohne Nachweisen von Taeniopteryx nebulosa (Linnaeus 1758). 

 

Ergebnisse

TIERART &  ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Tierart: Taeniopteryx nebulosa (Linnaeus 1758) 


  • "Auffällig ist, dass neben der Bachsohle einiger Bäche, in denen T. nebulosa nicht gefunden wurde, auch die der Aschau maschinell geräumt wurde. Trotzdem wurde im Monat nach der Räumung dort ein Exemplar der Art gefunden. Auch wenn T. nebulosa durch die Räumung massiv beeinträchtigt und in ihrer Zahl reduziert wurde, da sie sich oft auf Pflanzenmaterial festklammert, scheint eine Räumung der Gewässersohle ihren Bestand doch nicht vollständig auslöschen zu können."
  • Ein naturnaher Verlauf des Gewässers scheint für das Vorkommen von T. nebulosa nicht essentiell zu sein: In den jeweiligen Vergleichsgruppen finden sich begradigte, verbaute und zum Teil aufgestaute Bäche.
  • "Auch die Wasservegetation und die Größe der Bäche sind ähnlich.
  • Der einzige Unterschied könnte in den ganzjährigen Sandumlagerungen im Sediment liegen. Im Gegensatz zu den B