Bundesamt für Naturschutz

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Bergen, F.; Abs, M. (1997): Verhaltensökologische Studie zur Gesangsaktivität von Blaumeise (Parus caeruleus), Kohlmeise (Parus major) und Buchfink (Fringilla coelebs) in einer Großstadt


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung     

  

SPORTARTEN 

Laufen, Wandern/Geländelauf 

  

INHALT 

Das Ziel der vorliegenden Arbeit war, festzustellen, ob und inwieweit sich die besonderen ökologischen Bedingungen in einer Großstadt auf das Gesangsverhalten urbanisierter Vögel auswirken. Bestehen Unterschiede im morgendlichen Gesangsbeginn und der Gesangsaktivität der Vögel eines innerstädtischen Parks und eines Waldgebietes? Wirkt sich die menschliche Aktivität in der Stadt auf die Gesangsaktivität der Vögel aus? 

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN 

Als Ursache für die unterschiedliche zeitliche Organisation des Gesangsverhaltens werden das Angebot, die Verteilung und die Vorhersehbarkeit der Nahrung in den beiden Gebieten diskutiert. Möglicherweise spielt dabei aber auch der im Westpark festgestellte Einfluß der Personenfrequenz eine Rolle. Mit zunehmender Zahl der Personen, die das Revier des Focus-Tieres betraten, nahmen die Gesangsaktivität ab und die Häufigkeit der Erregungsrufe ("pink"-Rufe) zu. Personen stellen demnach für den Buchfink einen Störreiz dar, auf den er mit einer Verhaltensänderung reagiert.  

  

BEZUG/QUELLE 

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 478) sortiert.

Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).

Methoden

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)  

Dortmund, Nordrhein-Westfalen  

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)  

Von Anfang März 1995 bis Anfang Juni 1995 wurde die Gesangsaktivität ausgewählter Vogelarten in einem 10 ha großen innerstädtischen Park in Dortmund (Westpark) mit Hilfe der "Animal focus sampling"-Methode untersucht. Als Referenzfläche diente ein ebenso großer Flächenausschnitt aus einem an der südlichen Stadtgrenze Dortmunds liegenden Waldgebiet (Niederhofer Wald).  

  

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN 

Gesangsbeginn von je 8 Individuen je Art und für jede der beiden Untersuchungsflächen. Intensität der Gesangsaktivität.Potenzielle anthropogene Störquellen (Personen, Hunde). Schallpegel im Zentrum der Untersuchungsgebiete. Witterung.  

  

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE 

Gesangsaktivität zwischen 0,5 h vor Sonnenaufgang und Sonnenaufgang.  

 

Ergebnisse

TIERART &  ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG


  • Blaumeise (Parus caeruleus), Kohlmeise (Parus major) und Buchfink (Fringilla coelebs) begannen morgens im Westpark signifikant früher zu singen als im Kontrollgebiet. Dieser Verhaltensunterschied wird auf die nächtliche Beleuchtung des Parks sowie den Straßenlärm zurückgeführt. (Licht ist der primäre Zeitgeber, der den endogenen circadianen Rhythymus der Vögel "triggert" [immer wieder zeitgenau neu eicht]) 
  • Die Gesangsaktivität von Blaumeise, Kohlmeise und Buchfink unterschied sich zwischen den beiden Gebieten nicht. 
  • Hingegen ließ sich eine signifikante Abweichung zwischen dem zeitlichen Verlauf der Gesangsaktivität der Buchfinken im Westpark und dem im Niederhofer Wald nachweisen. Während Buchfinken im Wald im Verlauf einer Begehung etwa konstant gesangsaktiv waren, nahm die Gesangsaktivität des Buchfinken im Verlauf des Morgens mit zunehmender Personenzahl im Park stark ab. Die Anzahl der "pink"-Rufe (Alarmrufe) nahm signifikant zu. 
  • Bei Blau- und Kohlmeise ergab sich keine Beeinflussung der Gesangsaktivität durch Personen oder Hunde. 

BEMERKUNGEN 

Die Autoren schlussfolgern, dass eine hohe Personenfrequenz die Qualität eines Buchfinken-Reviers als Brut