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Krickente


Krickente bei der Nahrungssuche © Manfred Nieveler, piclease
Foto: Krickente bei der Nahrungssuche © Manfred Nieveler, piclease

Krickente (Anas crecca)
Andere bekannte Namen: Griesente, Kreuzente, Spiegelente, Kricke, Wöcke
Rote Liste Deutschland 2007: 3 (gefährdet)

Die Krickente ist die kleinste, in Deutschland heimische Schwimmente (zu den Merkmale der Schwimmenten siehe  Stockente). Sie ist hierzulande weit verbreitet, brütet aber nur selten. Da sie sehr versteckt lebt, ist die Bestandserfassung ungenau. Die mitteleuropäischen Brutbestände sind sehr klein und belaufen sich auf lediglich 7.600 – 11.000 Brutpaare. Der Großteil des europäischen Gesamtbestands von 900.000 – 1,2 Mio Paaren brütet in Russland und Skandinavien (Bauer et al. 2005). Der derzeitige Gesamtbestand in Deutschland liegt bei 4.200 bis 6.500 Brutpaaren (Sudholdt et al. 2013).

Lebensraum von Krickenten

Die Krickente kommt in weiten Teilen Europas und Asiens sowie mit einer eigenen Unterart auch in Nordamerika vor. Sie brütet an den verschiedensten  Gewässertypen, von Süß- bis Brackwasser, von Meeresniveau bis in die Mittelgebirge. Sie bevorzugt sehr kleine  Weiher im  Wald und am  Waldrand,  Moor- oder  Heidegewässer,   Flüsse mit Altarmen und stark bewachsene Meeresufer, z.B. von bewaldeten Inseln. Flache Binnengewässer mit dichtbewachsenen, deckungsreichen  Ufern zieht sie den Meeresküsten jedoch deutlich vor.

Wenn die Krickenten auf dem Zug durch das mitteleuropäische Binnenland sind, bevorzugen sie Gewässer mit flachen, schlammigen Ufern. Im Herbst konzentrieren sie sich auf Fischteiche, nährstoffreiche, flache  Seen und Altwässer von Flüssen.
Ihr Hauptüberwinterungsgebiet liegt im Mittelmeergebiet und in Afrika. Es erstreckt sich nordwärts bis an die süddeutschen Voralpenseen.

Gefährdung von Krickenten

Die Krickente besiedelt bevorzugt kleinere  Gewässer, die vor allem durch Trockenlegen, Verfüllen und Gewässerausbau bedroht sind. Die Zerstörung ihres Lebensraums ist neben der Jagd die Hauptgefährdungsursache für Krickenten in Mitteleuropa.

Werden Brut-, Mauser- oder Rastgewässer gestört, können die Vögel ihre Energie verlieren und deswegen ihre Gelege oder Jungen aufgeben. Seltener verunglücken Krickenten durch ausgelegte Fallen, Fischnetze oder Leitungsdrähte. Krankheiten wie Botulismus können seuchenartig um sich greifen und ebenfalls zu Tierverlusten führen. Außerdem nehmen Krickenten im  Uferbereich immer wieder Bleischrote auf und können deswegen erheblich mit Blei belastet sein.

Schutz von Krickenten

Um Krickenten und ihre Lebensräume zu schützen, müssen vor allem  Kleingewässer erhalten, wiederhergestellt oder neu angelegt werden. Ebenso sollten Freizeitaktivitäten an entsprechenden Gewässern geregelt werden, indem Ruhe- und Jagdverbotszonen geschaffen werden. Außerdem muss für eine gute Wasserqualität gesorgt werden, um die Nahrungsgrundlage der Krickente und den Artenreichtum der Gewässer zu sichern.

Biologie der Krickente

Systematik

Ordnung: Anseriformes (Entenvögel)
Familie: Anatidae (Entenvögel)

Aussehen

Die Erpel wiegen bis 500 g, Enten nur bis 430 g. Die Krickente hat, ähnlich wie  Watvögel, z.B. Schnepfen, schmale und spitze Flügel. Sie fliegt auch ähnlich schnell und wendig in meist dichter Formation. Die Krickente steigt senkrecht und sehr schnell direkt von der Wasseroberfläche auf.

Im Flug wirkt sie aus der Entfernung dunkel gefärbt. Sie hat ein kurzes, weißes Band über der Mitte des Armflügels. Ihre inneren Armschwingen („Spiegel“) sind metallisch grün, während die äußeren schwarz sind. Der Erpel hat im Prachtkleid auf dem kastanienbraunen Kopf ein breites, schmal gelb eingefasstes, metallgrünes Band, das sich über die Seiten erstreckt. Nacken und Kehle sind schwarz. Ein heller, cremefarbener, schwarz eingerahmter Fleck auf der Höhe des Steißbeins ist auch aus größerer Entfernung zu erkennen. Eine weiße Linie läuft über die Rückenseite des ansonsten grauen Körpers nach hinten.

Die Ente ist braun und dunkelbraun gestrichelt und gefleckt. Die Schnabelbasis ist meist schwach orange gefärbt. Der Kopf ist an den Seiten hellbraun und weist einen undeutlichen, mittelbraunen Augenstreifen auf. Der Scheitel ist dunkler als der Rücken. Auch die Ente hat einen weißen Fleck am Steiß und weiß umrandete, grün schillernde Armschwingen. Ihre Flanken wirken durch die rostbraunen Säume geschuppt. Junge Krickenten und Männchen im Schlichtkleid sind ähnlich gefärbt wie die Weibchen.

Fortpflanzung

Die Krickente wird bereits nach ihrem ersten Lebensjahr geschlechtsreif. Das Brutpaar bleibt meist nur eine Saison zusammen. Aber auch außerhalb der Brutzeit und während des Zuges finden Krickenten sich oft zu Paaren zusammen. Sie beginnen bereits im Herbst mit einer Vielzahl typischer Rituale zu balzen. Bis Ende Februar haben sich die meisten Krickentenpaare gefunden. Spätestens im April treffen die Brutvögel im Brutgebiet ein.

Die Ente legt das Nest gut versteckt in dichter Ufervegetation an. Es ist sehr kompakt und wird mit Gras, Moos, Daunen und Bauchfedern ausgekleidet. Die Ente brütet meist einzeln, selten mit bis zu 4 Paaren gemeinsam auf einem Gewässer. Mit der Brut beginnt sie oft erst im Mai oder sogar im Juni. Durchschnittlich legt sie 8 – 10 Eier, die sie nach Ablage des letzten Eies 21 – 25 Tage ausschließlich alleine bebrütet. Da die Brut sehr spät beginnt, wird nur ein Gelege im Jahr ausgebrütet. Nachgelege werden nur dann angelegt, wenn die Eier oder die Jungen nicht überleben.

Die Küken sind typische Nestflüchter. Sie sind sehr selbständig und suchen sich ihre Nahrung alleine. In den ersten Nächten kehren sie noch in das Nest zurück und werden von der Ente gewärmt. Der Erpel verteidigt das Brutrevier nicht, hält sich aber während der Brutzeit in der Nähe des Nests auf. Anders als bei den meisten anderen Schwimmentenarten kümmert sich auch der Erpel um die Küken. Wenn die Jungen nach 6 Wochen flügge werden, löst sich die Familie auf.

Nahrung

Je nach Jahreszeit überwiegt entweder der tierische oder der pflanzliche Anteil in der Nahrung der Krickente. Vor allem in den Frühjahrs- und Sommermonaten nimmt die Krickente verschiedene Insektenarten und deren Larven, Spinnen, Schnecken, Muscheln,  Krebse (z.B. Flohkrebse) und Würmer in reichlicher Menge zu sich. Im Herbst ernährt sie sich hauptsächlich von Pflanzensamen.

Zur Nahrungsaufnahme seiht die Krickente seichtes Wasser oder Uferschlamm durch ihren Schnabel oder gründelt und liest so Nahrung von der Wasseroberfläche, vom Boden oder von Pflanzen ab. Nur selten sucht sie tauchend nach Nahrung.

Generell nutzt die Krickente das mengenmäßig beste Nahrungsangebot, was dazu führt, dass sie über längere Zeit oft nur eine Nahrungssorte zu sich nimmt (z.B. Binsen-,  Seggen- oder Süßgräsersamen).

Natürliche Feinde

Da die Krickente das ganze Jahr über gesellig lebt, ist sie auch besser vor Raubfeinden geschützt als einzelgängerische Arten. Ein Angreifer hat es deutlich schwerer, sich aus einer dichten Entenschar ein Tier herauszugreifen als eine einzelne Ente zu jagen. Ist die Gefahr groß, sind Krickenten in der Lage, kurz unterzutauchen. Werden Krickenten, die am Ufer stehen, z.B. von einem  Wanderfalken angegriffen, flüchten sie aufs Wasser oder in die nächste höhere Deckung. Auf dem Wasser schwimmende Krickenten tauchen plötzlich ab oder fliegen blitzschnell senkrecht auf.

Für Feinde, die sich auf dem Boden bewegen, ist es nicht leicht, eine erwachsene Krickente zu erbeuten, da diese sehr versteckt lebt. Fuchs, Mink, Iltis, Marderhund, Waschbär,  Seeadler, Habicht und  Wanderfalken können erwachsene Krickenten erbeuten. Hermelin,  Möwen,  Rohrweihen, Sperber und Hecht jagen Jungvögel. Die Eier können von Ratten,  Rabenvögeln oder auch anderen Feinden gefressen werden. Die Verlustraten durch natürliche Feinde liegen aber nur bei wenigen Prozenten.

Verhalten

Da Krickenten versteckt auf vegetationsreichen  Kleingewässern leben, sind sie deutlich seltener zu beobachten als andere Schwimmentenarten. Tagsüber sind die Vögel sehr scheu und verbergen sich in der schützenden  Ufervegetation, während sie nachts eher auf den offenen Wasserflächen zu sehen sind. Krickenten sind sowohl tag- als auch nachtaktiv und halten sich gerne an Land auf, um dort nach Nahrung zu suchen. Ihre Ruhephasen verbringen sie meist auf dem freien Wasser und auf übersichtlichen Sand- oder Schlickbänken, meist jedoch abseits von anderen Entenarten.

Die Balz beginnt, wenn sich die Erpel in Gegenwart der Enten versammeln. Sie zeigen ein großes Repertoire an Balzverhalten, schütteln ihre Schnäbel, putzen sich zum Schein und schleudern Wasser mit ihrem Hals in die Luft, während sie gleichzeitig verschiedene grunzende und pfeifende Laute von sich geben. Wenn der Erpel ein Weibchen umwirbt, wendet er ihr seinen Hinterkopf zu, präsentiert seinen kontrastreichen schwarz-gelben Schwanz und stößt pfeifende Laute aus.
Der Ruf des Erpels klingt sehr hell, ähnlich einem „krrik“, und hat der Krickente ihren Namen gegeben. Der Klang des Rufkonzerts der Erpel in der Balz klingt für das menschliche Ohr aus der Ferne angenehm wohltönend.

Droht dem Nachwuchs Gefahr, lockt die Ente, seltener auch der Erpel, den Angreifer vom Nest oder den Jungen weg, indem sie vortäuscht, durch einen lahmen Flügel eine leichte Beute für ihn zu sein. Entweder schwimmt sie weg, indem sie ihre Flügel auf untypische Weise bewegt, oder sie flattert in mehreren Etappen davon.

Europäische Krickenten überwintern in der Regel südlich ihres Brutgebiets, also im Mittelmeergebiet und in Afrika, hier südwärts bis Mali, Nigeria, Tschad und Sudan. An einem Tag können Krickenten bis zu 400 km zurücklegen, so dass sie ihre afrikanischen Überwinterungsgebiete in 10 Tagen erreichen können. Die Hauptzugzeit in Mitteleuropa ist im Oktober/November und im März/April. Ist das Klima im Winter mild, kürzen Krickenten ihren Zugweg ab. Vor allem in der Nähe technischer Anlagen wie Kraftwerke, Kläranlagen oder Abwasserbecken bleiben Gewässer auch bei anhaltendem Frost offen. Diese Gewässer werden dann von Krickenten im Winter gerne genutzt.

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