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Enten & Gänse


Fliegende Blessgänse © Hans Glader, piclease
Foto: Fliegende Blessgänse © Hans Glader, piclease

Die verschiedenen Arten der großen Familie der Entenvögel verteilen sich auf mehrere, recht ähnliche Untergruppen. Nur die Gänse und Schwäne können eindeutig als Unterfamilie abgegrenzt werden. Bei den übrigen Entenarten ist die Unterscheidung oft schwierig, weil sie dazu neigen, sich untereinander und auch mit Entenrassen, die als Haustiere gehalten werden, zu kreuzen (Hybridisierung).

Arten der Entenvögel

Entenvögel

Entenvögel sind Wasservögel mit langen Hälsen und kurzen Beinen, deren Vorderzehen durch Schwimmhäute verbunden sind. Ihre Schnäbel sind meist kurz, breit und kräftig. Ihr Körper ist durch ein dichtes Daunengefieder vor Kälte geschützt, mit dem sie auch das Nest auspolstern. Schon die Küken, die Nestflüchter sind, schlüpfen in einem Daunenkleid.

Schwäne

Schwäne sind sehr groß, schwer und haben ein weißes Gefieder. Sie müssen einen langen Anlauf nehmen, um von der Wasseroberfläche auffliegen zu können. Sie grasen oder gründeln im flachen Wasser mit ihrem langem Hals nach pflanzlicher Nahrung. Sie leben häufig in monogamen Dauerehen zusammen. Das Schwanennest ist ein grob strukturierter Bau aus Pflanzenmaterial, der sich am oder im Wasser befindet. Im Winter bilden Schwäne Trupps an eisfreien  Gewässern.

Gänse

Gänse verteilen sich auf zwei Gattungen. Dies sind einmal die Gänse der Gattung Anser, die eher im Binnenland anzutreffen sind, und die Gänse der Gattung Branta, die eher die Küsten bevorzugen.

Die  Brandgans gehört zu den Halbgänsen, die trotz ihrer gänseartigen Gestalt und ansehnlichen Größe zu einer eigenen Unterfamilie gehört. Sie ist im Unterschied zu ihren Verwandten auffällig bunt gefärbt, Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden.

Gänse sind Wasservögel und gehören zur selben Unterfamilie wie die Schwäne. Sie sind groß, kräftig gebaut und haben mittellange Hälse. Sie ernähren sich hauptsächlich an Land und grasen dort die Vegetation ab. Ihre Beine sind recht lang, setzen in der Körpermitte an und erleichtern ihnen so das Laufen. An den Schneidekanten der kräftigen, keilförmigen Schnäbel sitzen feine Sägezähnchen. Gänse sind besonders während des Zuges und im Winter sehr gesellig. Meist sind sie sehr aufmerksam und scheu, können aber in Gebieten, in denen nicht gejagt wird, bemerkenswert zutraulich werden. Dies gilt besonders für die Jungvögel mit arktischer Herkunft. Das Nest wird auf dem Boden gebaut und mit Daunenfedern ausgepolstert. Die Brutpartner bleiben meist ein Leben lang zusammen, betreuen gemeinsam ihre Jungvögel und führen sie auf traditionellen Flugrouten ins Winterquartier. Alle Altvögel mausern ihr Großgefieder zur gleichen Zeit, meist während sie die Küken führen. In dieser Zeit können sie 3 – 4 Wochen lang nicht fliegen.

Gänse ziehen in Familienverbänden, die sich zu großen Trupps zusammenschließen, meist in Keil- oder Linienformation. Die Gefieder von Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt, auch die Jungvögel sehen den Erwachsenen meist schon sehr ähnlich.

Gründel- oder Schwimmenten

Gründel- oder Schwimmenten sind kleine bis große Enten, die  Flüsse,  Seen und  Sumpfgebiete besiedeln. Sie ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung, die sie von der Wasseroberfläche, im Flachwasser gründelnd oder an Land grasend aufnehmen. Ohne Anlauf zu nehmen fliegen sie direkt vom Wasser auf. Sie legen ihr Nest oft in  Ufernähe am Boden an. Das Weibchen brütet die Eier aus und kümmert sich alleine um die geschlüpften Küken. Männchen und Weibchen sind sehr verschieden gefärbt. Im Sommer mausern Gründel- bzw. Schwimmenten ihre Schwungfedern synchron und sind dann für 3 – 4 Wochen flugunfähig. Das Schlichtkleid der Männchen ist dem Gefieder des Weibchens ähnlich. Einige Arten haben besonders schillernd gefärbte Armschwingenfelder.

Tauchenten

Tauchenten sind mittelgroße Enten, die einen eher untersetzten und kurzen Körper haben, der beim Schwimmen nach hinten ins Wasser abfällt. Ihre Flügel sind kürzer und stumpfer als die der Gründelenten. Über ihre Flügel verläuft ein heller Streif. Ein bunter Flügelspiegel fehlt. Tauchenten müssen einen längeren Anlauf nehmen, um vom Wasser auffliegen zu können. Sie gründeln selten nach Nahrung, meist tauchen sie auf der Suche nach Kleintieren ganz unter Wasser. In der Regel fressen Tauchenten überwiegend tierische Kost, häufig Muscheln, Schnecken und  Krebstiere.

Sie brüten hauptsächlich in  Binnengewässern, wobei flachere, nährstoffreiche  Seen und  Teiche bevorzugt werden. Das Nest wird mit Daunen ausgelegt und in der  Ufervegetation versteckt. Die Jungen werden von den Weibchen betreut. Außerhalb der Brutzeit schließen sich Tauchenten mitunter zu sehr großen Trupps zusammen und überwintern auf dem Meer oder an größeren, eisfreien, oft tiefen Binnengewässern. Sie mausern in der gleichen Weise wie Gründelenten. Auch bei ihnen treten Hybriden auf.

Säger

Säger sind eher kleine bis große, tauchende Entenvögel. Sie ernähren sich hauptsächlich von  Fischen. Um die glitschige Fischnahrung gut festhalten zu können, sind ihre Schnäbel mit sägezahnartigen Lamellen an den Schneidkanten ausgestattet und die Oberschnäbel haben eine nach unten gebogene Spitze.

In Deutschland kommen zwei größere Arten, der  Gänse- und der Mittelsäger vor, die sich mit ihrem lang gestreckten Körper und dem längeren Hals recht ähnlich sehen. Außerdem gibt es noch den kleineren, eher kompakten Zwergsäger. Säger sind oft in gemeinschaftlich jagenden Trupps zu sehen. Sie besiedeln  Salz- und Süßgewässer.

Schutz von Enten und Gänsen

Folgende Maßnahmen können zum Schutz von Enten und Gänsen beitragen:

  • An Seen und Gewässern aller Art, die Mauser- oder Winterrastplätze für Wasservögel sind, sollte die Jagd verboten werden.
  • Ebenso sollten diese Gewässer von der Freizeitnutzung ausgenommen werden.
  • An ausgewiesenen Badeseen sollten die Wasservogelschutzzonen eingehalten werden, um Störungen der Brut auszuschließen.
  • Uferbereiche und Vegetationsgürtel von Gewässern mit Bootsbetrieb sollten während der Brutzeit nur in weitem Abstand passiert werden.
  • Kommen seltene Entenarten wie z.B. Krick- oder Knäkente im Gewässer vor, kann ein nachhaltiger Schutz nur durch Einstellen des Bade- und Bootsbetriebes erreicht werden. Diese Entenarten sind nicht so flexibel wie die Stockente und können kaum auf andere Lebensräume ausweichen. Sie verlieren durch den Erholungsdruck überlebenswichtige Strukturen. Obwohl Seen einen hohen Erholungswert für den Menschen haben, ist in solchen Fällen eine Abwägung zugunsten der gefährdeten Arten anzuraten.

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