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Rabenvögel


Dohlen © Ekkehard Wachmann, piclease
Foto: Dohlen © Ekkehard Wachmann, piclease

Rabenvögel sind weltweit mit fast 100 Arten verbreitet und haben alle Biotope von der Ebene bis zum  Hochgebirge besiedelt. Mit bis zu 20 Jahren können sie recht alt werden. Rabenvögel sind sehr lernfähig, intelligent, neugierig, anpassungsfähig und besonders im Winter gesellig.

In Deutschland leben die zu den Rabenvögeln zählenden Arten Kolkrabe, Aaskrähe (Unterarten: Rabenkrähe und Nebelkrähe), Saatkrähe, Dohle, Alpendohle, Elster, Eichelhäher und Tannenhäher. Die Alpenkrähe ist um 1900 in Deutschland ausgestorben.

Lebensraum von Rabenvögeln

Die Lebensräume vieler Rabenvögel überschneiden sich mit denjenigen der Menschen. Viele Arten bleiben mehr oder weniger das ganze Jahr über in ihrem Brutrevier oder in dessen weiterer Umgebung. Tannenhäher des nördlichen Verbreitungsgebiets neigen in schneereichen Wintern dazu, invasionsartig in andere Gebiete auszuweichen; nördlich brütende Saatkrähen ziehen sogar regelmäßig in Überwinterungsgebiete.

Rabenvögel und Mythen

bedrohlich

Rabenvögel spielen in Mythen eine große Rolle, werden aber in Sprichwörtern, Märchen und Sagen verschieden dargestellt.

Ihr schwarzes Federkleid wurde als Sinnbild der Nacht, des Schattens und der Bedrohung angesehen. Auch ihre rauhe Stimme unterstreicht dieses Bild. Allein schon wegen des lautstarken Geräuschpegels sind große Saatkrähenkolonien bei den Anwohnern in Städten eher unbeliebt.

Vögel des Todes

Ihre nach jahrelanger Nutzung stark verschmutzten Kolonien brachten ihnen den Ruf von unsauberen Vögeln ein. Da sie Aasfresser sind, tauchten sie an Galgen und auf Schlachtfeldern auf. Deswegen wurden Rabenvögel als Vögel des Todes, des Jenseits und als Seelen der Toten angesehen. Wenn Rabenvögel im Winter in großen Scharen erschienen, galten sie als Boten der Not.

Verwandelte Menschen

Raben galten aber auch als verwandelte Menschen, als Vögel der Weisheit und der weisen Voraussicht. Diese Eigenschaften bekamen sie durch ihre Nachahmungsgabe und durch ihren Drang, Nahrung zu verstecken, zugewiesen.

Redewendungen

Noch heute verwenden wir zahlreiche Redewendungen, in denen Rabenvögel eine Rolle spielen: „schwarz“ oder „weise“ wie ein Rabe, „alt“ oder „zänkisch“ wie eine Krähe. Ein „Galgenvogel“, „Unglücksrabe“ oder „Rabenaas“ zu sein, „Rabeneltern“ oder eine „Krähenseele“ zu haben, bedeutet nichts Gutes. Im Alter bekommen wir auch noch „Krähenfüße“!

Fabeln und Märchen

In Fabeln steht der Rabe für einen eitlen Tölpel. In Wilhelm Buschs Aufzeichnungen ist er zwar den übrigen Hausgenossen dank seines Schnabels überlegen, endet aber durch seine Neugier in Likörglas und Strickzeug.

In Märchen stellen Raben und Krähen verwandelte Menschen dar, die erst durch die Treue Zweiter erlöst werden können. Im Glauben der sibirischen Schamanen verwandelt sich die menschliche Seele in Trance in einen Raben, der eine Verbindung zur Gottheit herzustellen vermag.

In anderen Kulturen

Die Römer, Araber, Mongolen, Slaven und Juden schrieben den Raben das Wissen um die Zukunft zu und weissagten früher aus ihrem kunstvollen Flug. In Griechenland sind sie Sinnbilder treuer Ehe und im Sanskrit Symbol der Langlebigkeit. In Siebenbürgen, Böhmen und Mähren bringen sie sogar die Kinder. Odin wurde von den Raben „Hugin“ und „Munin“, übersetzt von „Gedanke“ und „Gedächtnis“, begleitet, die seine Boten waren. In der Bibel ist der Rabe erfolgloser Kundschafter von Noah, versorgt aber den Propheten Elia mit Nahrung. Im Glauben des Mittelalters waren Raben Begleiter von Hexen. Schlechte Priester und Nonnen verwandelten sich in Raben und Krähen.

In Dresden kursierte ein Rezept für gekochte Elsterbrühe, die gegen Epilepsie helfen sollte.

Diese Aufzählung lässt sich beliebig fortsetzen. Sie soll die intensive Aufmerksamkeit illustrieren, die man den Rabenvögeln seit jeher schenkte.

Biologie der Rabenvögel

Aussehen

Ist ihr Gefieder frisch gemausert, weist es einen Metallglanz auf. Viele Arten haben schwarze, graue, schwarz-weiße oder auch braune Gefiederpartien. Die männlichen Rabenvögel sind geringfügig größer als die Weibchen; äußerlich sind die Geschlechter nicht voneinander zu unterscheiden. Die Erneuerung ihres Federkleides zieht sich über 90 – 180 Tage hin, so dass sich der Beginn der Mauser und das Ende der Brutzeit teilweise überlappen.

Der starke Schnabel der Rabenvögel ist ein gutes Werkzeug zum Picken und Aufhacken, kann aber auch als Pinzette zum geschickten Hantieren verwendet werden. Da sie ihre runden Nasenlöcher nicht verschließen können, sind sie durch nach vorne gerichtete Borstenfedern geschützt.

Sie haben kräftige Laufbeine, die vorne durch Hornplättchen geschützt und hinten durch eine Schiene stabilisiert sind. Mit den Füßen können sie sehr geschickt Nahrung festhalten und dann mit dem Schnabel bearbeiten. So hält der Tannenhäher beispielsweise eine Haselnuss mit dem Fuß fest und hackt sie mit dem Schnabel am stumpfen Pol auf.

Fortpflanzung

Meist gehen Rabenvögel lebenslange Gemeinschaften mit einem Partner ein. So sieht man sie oft das ganze Jahr über paarweise auf Nahrungssuche, beim Fliegen oder Ruhen auf einem Schlafbaum. Im Herbst finden sich große Tierscharen zusammen. Auch zur Brutzeit im Sommer sieht man solche großen Ansammlungen, wobei es sich um Nichtbrüter handelt. Sie stellen eine Populationsreserve dar und können bei Ausfall eines Brutpaarpartners sofort einspringen. Andererseits machen sie den Brutpaaren das Leben schwer und werden von diesen aus dem Revier gejagt.

Die traditionellen Schlafbäume z. B. der Saatkrähe werden von vielen Tieren aus einem großen Umkreis aufgesucht. Die Nester der meisten Arten sind offen und napfförmig und aus Ästen und Reisig aufgebaut. Elstern überdachen ihre Nester gerne mit einer Haube, Dohlen brüten in Baumhöhlen, an Gebäuden oder in Kaninchenbauten. Saatkrähen bilden Kolonien, die aus vielen Nestern bestehen, welche sich oft in sehr geringen Abständen zueinander auf Bäumen befinden.

Zunächst wird die Grundlage des Nestes aus dornenbewehrten Zweigen gebaut und mit Erde verfestigt. Weiches Material, das zur Auspolsterung dient, wird erst zum Schluss verarbeitet. Normalerweise brüten Rabenvögel einmal im Jahr. Auch eine zweite Brut (Nachgelege) ist möglich, wenn sie ihr Erstgelege verloren haben. Das Weibchen brütet über 2,5 – 3 Wochen allein und wird vom Männchen gefüttert. Die Jungen sind Nesthocker und bei Elstern und Eichelhähern zunächst unbefiedert, bei anderen Arten spärlich mit Dunenfedern bedeckt. Sie werden von beiden Elternteilen gefüttert und gepflegt. Die Altvögel bringen ihnen Nahrung, die sie im Kropf transportieren. Wenn die Jungtiere ausgeflogen sind, bleibt der Familienverband dennoch mehrere Wochen bestehen. Bis die Jungvögel in der Regel mit einem Jahr geschlechtsreif sind, schweifen sie gesellig umher.

Nahrung

Tannenhäher und Eichelhäher legen Nahrungsverstecke an und horten dort ihre Nahrungsvorräte für den Winter und die Brutzeit. Viele Rabenvogelarten ernähren sich sehr vielseitig. Sie fressen Samen, Insekten, Kleinsäuger, Singvögel und deren Eier, Aas, menschliche Nahrungsreste oder Abfälle. Da das Angebot an Nahrung in Städten besonders groß ist, haben sich einige Rabenvogelarten hier einen neuen Lebensraum erobert. Tannenhäher sind dagegen Nahrungsspezialisten und fressen auch zur Brutzeit überwiegend Baumsamen. Deshalb beginnen sie schon im März mit der Brut und ernähren sich aus ihren Vorratslagern. Die Vorratshaltung befähigt sie dazu, auch Gebirgshochlagen und die Alpen zu besiedeln.

Natürliche Feinde

Ihre Feinde sind Habicht,  Wanderfalke,  Uhu, Adler, Marder, Fuchs, Wildschwein und der Mensch.

Verhalten

Rabenvögel gehören zu den Singvögeln, da ihr Stimmapparat anatomisch genauso aufgebaut ist wie derjenige der wesentlich melodischer rufenden Singvogelarten. Rabenvögel rufen und krächzen dagegen laut, können aber auch leise singen mit Imitationen und Pfeiflauten. Ihre Rufe dienen der Verständigung zwischen den Artgenossen und der Revierabgrenzung. Besonders Kolkraben verfügen über ein breites Spektrum an Lautäußerungen. Der Eichelhäher ist ein besonders guter Imitator von Tierstimmen und verblüfft immer wieder mit neuen Variationen seiner Lautäußerungen. Mit ihren Rufen können sich Rabenvögel über große Distanzen verständigen. So können z. B. Kolkraben Artgenossen benachrichtigen, wenn sie eine Beute gefunden haben.

Kolkrabe

Aussehen

Der Kolkrabe ist unser größter heimischer Rabenvogel. Er kann bis 1,5 kg wiegen. Sein Gefieder ist tiefschwarz und besitzt im frisch gemauserten Zustand einen bläulichen Metallglanz. Die Flügel sind lang und schmal, mit ihnen kann der Kolkrabe schnell und gut fliegen. Er kann segeln, turbulente Balzflugspiele zeigen und Sturzflüge vollführen.

Lebensraum

Die Bestände in Europa, die durch starke Verfolgung erheblich vermindert wurden, haben sich gut erholt. Deutschland ist fast komplett wieder besiedelt. Der derzeitige Gesamtbestand in Deutschland liegt bei 15.500 und 22.000 Brutpaaren (Sudholdt et al. 2013). Der Kolkrabe lebt in verschiedenen Lebensräumen: der Tundra, der Buschsteppe, in großen  Wäldern, in der strukturierten Kulturlandschaft und sogar in den  Hochgebirgen. Je nachdem, wieviel Nahrung in seinem Revier vorhanden ist, kann es zwischen 10 und 60 km2 groß sein.

Nest

Sein Nest legt er sowohl in Felsnischen als auch auf hohen Bäumen an, aber nicht jedes Jahr baut er neu. Kolkraben sind standorttreu und die Brutpaare bleiben ihr ganzes Leben lang zusammen. Sie beginnen bereits im Februar zu brüten. Nach 20 Tagen schlüpfen die Jungen dann im Frühjahr und bleiben 40 Tage lang im Nest. Sie werden sehr fürsorglich von ihren Eltern betreut. Der Kolkrabe hat im Verhältnis zu seiner Körpermasse die kleinsten Eier aller Singvögel. Je nachdem, wie kalt oder warm es draußen ist, werden die Jungen tief in das Nestpolstermaterial eingesenkt oder das Nest wird mit Löchern durchlüftet. Erst nach drei bis vier Lebensjahren erreicht der Kolkrabe seine Brutreife. Insgesamt kann er ein hohes Alter von weit über 10 Jahren erreichen.

Verhalten

Sein Ruf, der sich wie „krok“ anhört, klinkt tief und durchdringend. Der Kolkrabe ist sehr ruffreudig und kann sonderbare Geräusche hervorbringen.

Aaskrähe

Aussehen

Die Aaskrähe tritt in Europa in den zwei Unterarten Rabenkrähe und Nebelkrähe auf. Die Rabenkrähe ist völlig schwarz. Die  Nebelkrähe, die in Deutschland östlich der Elbe vorkommt, hat graue Gefiederpartien am Nacken, am Rücken und auf der Unterseite.

Lebensraum

Die Rabenkrähe ist in Westeuropa, die Nebelkrähe in Mitteleuropa bis zum Ural verbreitet. Ihre Verbreitungsgebiete überlappen sich in einer 25 – 160 km breiten Mischzone, in der verschiedene Bastarde vorkommen. Beide Unterarten bevorzugen den gleichen Lebensraum und besiedeln gegliederte,  offene Landschaften, Dörfer und Städte. Der derzeitige Gesamtbestand der Rabenkrähe liegt bei 580.000 bis 790.000 Brutpaaren und der der Nebelkrähen bei 48.000 bis 67.000 Brutpaaren (Sudholdt et al. 2013).

Nest

Aaskrähen haben traditionelle Schlafplätze und bilden große (Nichtbrüter-)Schwärme außerhalb der Brutzeit. Rabenkrähen nisten einzeln und verteidigen dabei ihr Nest und dessen Umgebung. Das Nest wird jedes Jahr wieder neu erbaut. Alte Krähennester werden gerne von Falken und von der Waldohreule besetzt.

Nahrung

Aaskrähen beobachten ihre Umgebung aufmerksam und ernähren sich von den verschiedensten Dingen, wobei sie tierische Nahrung bevorzugen. Greifvögeln jagen sie die Beute ab, fressen Aas, besuchen Müllkippen und gelangen in den Städten trickreich an Futter. Beispielsweise lernen sie, Papierkörbe und Brottüten zu entleeren.

Saatkrähe

Aussehen

Die Saatkrähe hat ein schwarzes, stark blau schillerndes Gefieder. Ihr Schnabel ist lang und schlank. Die Schnabelwurzel der Jungvögel ist schwarz befiedert, die der älteren Tiere hell und unbefiedert. Die Saatkrähe hat lange, schmale Flügel, mit denen sie schnell schlagen kann.

Lebensraum

Sie besiedelt vor allem Niederungen des offenen Kulturlands, die sich durch Flächen mit kurzem Pflanzenbewuchs auszeichnen. Der derzeitige Gesamtbestand in Deutschland liegt bei 80.000 bis 89.000 Brutpaaren (Sudholdt et al. 2013).

Nest

Ihre Nester errichtet sie auf hohen Bäumen und in Kolonien, in denen es lautstark zugeht. Bis zu 40 Nester können sich in einer Baumkrone befinden. Regelmäßig sucht sie traditionelle Schlaf- und Nahrungsplätze auf.

Nahrung

Die Hauptnahrung besteht aus Wirbellosen und Sämereien, besonders Regenwürmer, bodenbewohnende Insekten und deren Larven. Bei der pflanzlichen Nahrung sind v. a. Getreidekörner von Bedeutung. Kleinsäuger, Eier und Jungvögel sind eher Gelegenheitsbeute. Weiterhin frisst die Saatkrähe auch Aas, Haushaltsabfall, Brotreste usw.

Verhalten

Vor allem im Winter ist sie sehr gesellig. In großen Schwärmen ziehen Saatkrähen durch die Lande.

Dohle

Aussehen

Dohlen haben hellblaue Augen, einen hellgrauen Kopf sowie eine blauschimmernde, schwarze Oberseite.

Lebensraum

Die Dohle brütet sowohl im  Wald in natürlichen Schwarzspechthöhlen und in natürlichen Felsnischen als auch in Mauern, unter Autobahnbrücken, auf Kirchen und sogar auf dem Boden alter Kaninchenbauten. Sie kann große Kolonien gründen. Der derzeitige Gesamtbestand in Deutschland liegt bei 80.000 bis 135.000 Brutpaaren (Sudholdt et al. 2013)

Nest

Der äußere Teil des Nestes wird aus dicken Zweigen geformt, der Innenteil reich mit Wolle, Haaren, Gras und Federn ausgestattet.

Verhalten

Sie leben in lebenslanger Dauerehe, sind sehr gesellig, gute Flieger und sehr standorttreu. Ab Juli, wenn die Jungen flügge sind, bilden sich große Schlafgesellschaften aus. Ihre scharfen, hellen Rufe, die wie „kjak“ klingen, und ihren Gesang, der aus einer Reihung weicher Laute besteht, hört man weit. In Europa sind Dohlen lückenhaft verbreitet. Hier gibt es nebeneinander waldbewohnende und stadtbewohnende Kolonien.

Alpendohle

Aussehen

Sie ist schwarz gefärbt, hat einen roten Schnabel und gelbe Füße.

Lebensraum

Die Alpendohle ist ein typischer Hochgebirgsvogel der  Alpen. Der derzeitige Gesamtbestand in Deutschland liegt bei 550 bis 1.000 Brutpaaren (Sudholdt et al. 2013).

Nest

Die Nester werden zum Schutz vor den wechselnden Wetterverhältnissen der Hochgebirge aus Reisig gebaut und dick ausgepolstert.

Nahrung

Die Tiere einer Kolonie kennen sich gut und streifen gemeinsam durch die Gebirgsregionen, um Nahrung zu suchen.

Verhalten

Jeder, der seinen Urlaub schon einmal in den Alpen verbracht hat, kennt die Alpendohle. Sie bettelt vor allem an Almhütten Touristen um Brotstückchen an, die sie sehr geschickt aus der Luft fangen. Sie sind sehr gesellig, hervorragende Segel- und Kunstflieger, also sehr gut an die wechselnden Wind- und Wetterverhältnisse offener Hochgebirge angepaßt. Sie haben einen abwechslungsreichen, melodischen Gesang und brüten in Felsnischen und in Brutkolonien.

Elster

Aussehen

Die Elster hat ein auffällig schwarz-weißes Gefieder mit blaugrün schillerndem Grund. Schultern, Bauch und Handschwingen sind weiß und im Flug auffällig. Ihre Flügel sind kurz und rund. Elstern fliegen flatterartig und mit unregelmäßigen Flügelschlägen. Der in allen Regenbogenfarben schillernde schwarze Schwanz ist stufig und sehr lang.

Lebensraum

Die Elster ist ein Bewohner der Kulturlandschaft und ein sogenannter „Kulturfolger“ in menschlichen Siedlungen. Die Anzahl von Elstern wird von der Kapazität des Lebensraums und der Konkurrenz durch Artgenossen und andere Rabenvogelarten reguliert. Sie hat in den Städten zugenommen, in ausgeräumten  Offenlandschaften dagegen abgenommen. Der derzeitige Gesamtbestand in Deutschland liegt bei 370.000 bis 550.000 Brutpaaren (Sudholdt et al. 2013).

Nest

Ihre Nester, die meist mit einer Haube ausgestattet sind, sind vor allem in der kahlen Jahreszeit zu sehen. Sie baut zusätzlich Schlaf- oder Spielnester. Die „diebische“ Elster ist ein sehr aufmerksamer und intelligenter Vogel. Sie baut Silberpapier und andere künstliche Gegenstände wie Löffel, Dosenverschlüsse, Kronenkorken und ähnliches in ihr Nest ein.

Nahrung

Elstern ernähren sich vielseitig und werden deshalb als Nahrungsgeneralisten bezeichnet.

Verhalten

In der Regel verrät sich die Elster durch ihr lautes Schackern; zur Brutzeit verhält sie sich dagegen sehr still und brütet versteckt.

Eichelhäher

Die deutsche Sprache besitzt über 100 verschiedene volkstümliche Namen des Eichelhähers wie Markwart, Nusshacker oder Herold.

Aussehen

Eichelhäher haben ein buntes Gefieder, dessen kleine schwarz-blau gebänderten Federn vom Flügelbug gerne als Hutschmuck getragen werden und damit eine besondere Wertschätzung genießen. Der Eichelhäher kann seine Scheitelfedern zu einer Haube aufrichten. Er badet gerne auf Ameisenhaufen und läßt sich mit Ameisensäure bespritzen. Dadurch vertreibt er lästige Gefieder- und Hautparasiten wie Flöhe, Läuse oder Milben.

Lebensraum

Er ist ein typischer Bewohner gebüschreicher  Wälder, durch die er sich mit seinen kurzen, breiten und runden Flügeln und dem langen Steuerschwanz gut bewegen kann. Der derzeitige Gesamtbestand in Deutschland liegt bei 495.000 bis 670.000 Brutpaaren (Sudholdt et al. 2013).

Nest

Sein napfförmiges Nest befindet sich meist in 4 – 7 m Höhe in dichten Wäldern. Gerne legt er es in einer Astgabel oder dicht am Stamm von Nadelbäumen an. Er brütet von April bis Mai und füttert seine Jungen fast ausschließlich mit Insekten.

Nahrung

Der Eichelhäher räubert gerne Eier oder Jungvögel aus Singvogelnestern, ernährt sich sehr vielseitig, im Herbst vor allem von Früchten und Samen. Da er, nachdem er alle Samen gehortet hat, nicht jedes Versteck wiederfindet oder in milden Wintern auch nicht alle Vorräte benötigt, keimen aus den Bodenverstecken z.B. junge Eichen aus. Der Eichelhäher versteckt seine Samen auch in Nadelwäldern, die dadurch wieder artenreicher werden. Aus diesem Grund trägt der Eichelhäher zur Erhöhung der Artenvielfalt (Biodiversität) in den Wirtschaftswäldern bei.

Verhalten

Eichelhäher sind durch ihr „Rätschen“ weithin hörbar. Mit ihren Rufen verraten sie jeden Mensch, Fuchs oder Marder, weshalb sie auch als Polizei des Waldes bezeichnet werden. Dieser Warnruf ist allen anderen Tieren des Waldes, denen von diesen Feinden Gefahr droht, bekannt und führt beispielsweise bei einem fressenden Reh zum Hochheben des Kopfes mit längerem Sichern.

Tannenhäher

Aussehen

Die Grundfarbe des Tannenhähers ist dunkel schokoladenbraun. An den Kopfseiten, am Rücken und auf der Unterseite ist er weiß gestrichelt. Sein Schnabel ist lang und kräftig. Mit ihm kann er auch Zapfen öffnen, die noch hart, stark verharzt und unreif sind. Die Basis seines Schnabels ist nur schwach befiedert, damit sie nicht durch das Harz der Bäume verklebt.

Lebensraum

Der Tannenhäher brütet vor allem in  Nadelwäldern der Mittelgebirge und der  Alpen. Der derzeitige Gesamtbestand in Deutschland liegt bei 4.600 bis 8.000 Brutpaare (Sudholdt et al. 2013).

Nest

Er hat ein gut gepolstertes und isoliertes Nest, weil er schon im zeitigen Frühjahr zu brüten beginnt. Seine Jungen füttert er fast ausschließlich mit Samen, was ansonsten selten in der Vogelwelt vorkommt.

Nahrung

Grundlage seiner Nahrung sind Baumsamen, vor allem von Arve, Kiefer, Fichte und Haselnuss. Er erntet auch die Nüsse der Zierhaselsträucher, die in Gärten gepflanzt werden, ab. In den Alpen frisst er mit Vorliebe die energiereichen Samen der Arve (Zirbelkiefer).

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