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Edelkrebs


Edelkrebs © Stefan Ott, piclease
Foto: Edelkrebs © Stefan Ott, piclease

Der Edelkrebs ist der größte unter den in Europa heimischen Flusskrebsen. Die Edelkrebse sind weniger fruchtbar und durchsetzungsstark als ihre amerikanischen Konkurrenten Kamberkrebs und Signalkrebs.

Lebensraum von Edelkrebsen

Gewässer

Der Edelkrebs lebt bevorzugt in größeren  Bächen, kleineren  Flüssen sowie  Seen und  Weihern. Die jungen Krebse finden sich oft zwischen Wasserpflanzen, die sie zur Nahrungsaufnahme abweiden.

Krebspest

1860 brach in Europa die Krebspest aus, hervorgerufen durch den Pilz Aphanomyces astaci, der wahrscheinlich mit lebenden Krebsen aus Nordamerika eingeschleppt wurde. In wenigen Wochen wurden die Krebsbestände in kompletten Gewässersystemen fast ausgelöscht. Vor allem die Edelkrebspopulationen waren betroffen. Innerhalb einiger Jahrzehnte breitete sich die Krebspest über ganz Europa aus.

Edelkrebsbestände sind nach Ausbruch der Krebspest selten geworden. Früher war die Art in ganz Deutschland verbreitet, heute beschränken sich die Vorkommen nur noch auf wenige Gewässer. Zusammenhängende Populationen existieren nicht mehr. Die wenigen bei uns vorhandenen Bestände gründen sich fast ausnahmslos auf Besatzmaßnahmen.

Konkurrenz

Die starke Konkurrenz der amerikanischen, eingebürgerten Krebsarten verhindert neben der Krebspest, dass sich Edelkrebse wieder weiter ausbreiten können.
(vgl.  Lebensraum Flusskrebse)

Gefährdung von Edelkrebsen

Schutz von Edelkrebsen

Wiederansiedlung

Die derzeitigen Wiederansiedlungsmaßnahmen von Edelkrebsen sind weitgehend auf isolierte  Stillgewässer beschränkt. In großen Flüssen ist der amerikanische  Kamberkrebs verbreitet, der eine so starke Konkurrenz zum Edelkrebs darstellt, dass dieser sich hier nicht mehr etablieren kann. Im weiteren Umkreis potenzieller Edelkrebsgewässer sollten aus diesem Grund keine eingeführten Flusskrebsarten vorkommen. Wo einzelne Edelkrebs- oder Steinkrebsbestände miteinander vernetzt werden, sollte die Krebspestgefahr berücksichtigt werden, die von den Gewässerabschnitten ausgeht, die mit Kamberkrebsen besetzt sind.

Die besten Ansiedlungsmöglichkeiten bestehen derzeit immer noch in kleineren Stillgewässern ( Weiher, Teiche, kleine Seen) mit natürlichen oder möglichst naturnahen  Uferstrukturen, die von den Edelkrebsen zur Nahrung, zum Versteck oder zum Bau von Höhlen genutzt werden können. Der Bestand an Raubfischen sollte gering sein. (vgl.  Schutz Flusskrebse)

Biologie der Edelkrebse

Systematik

Stamm: Arthropoda (Gliedertiere)
Unterstamm: Crustacea (Krebse)
Klasse: Malacostraca
Ordnung: Decapoda
Familie: Astacidae – Echte Flusskrebse