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Waldtypen


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Foto: Nationalpark Hainich © Papenfuss – Atelier für Gestaltung

In verschiedenen Klimaten und auf unterschiedlichen Standorten entwickeln sich aufgrund der verschiedenartigen Biologie und Ökologie der Baumarten ganz unterschiedliche Waldgesellschaften (Reif et al. 2000). Diese können den einzelnen Waldgesellschaften zugeordnet werden, die im folgenden Abschnitt näher beschrieben werden.

Buchenwaldgesellschaften

Aufgrund der Schattentoleranz und Konkurrenzstärke der Baumart  Rotbuche sind die Buchenwälder in Deutschland flächenmäßig vorherrschend (Reif et al. 2000). Sie kommen in verschiedenen Ausprägungen auf nicht zu nassen bis nicht zu trockenen und mäßig bis gut nährstoffversorgten Standorten vor. Buchen-Altbestände zeichnen sich meist durch ihre Hallenwald-Struktur aus, bei der sich die Kronen zu einem gleichmäßigen, dichten Dach zusammenschließen.
Die verschiedenen Ausprägungen lassen sich in Abhängigkeit von den vorherrschenden Bodenmerkmalen in die folgenden drei Hauptgruppen einteilen (Ellenberg 1996; Härdtle et al. 2004):

Moderbuchen- wälder

Moderbuchenwälder (Hainsimsen-Buchenwälder) kommen auf stark versauertem Mineralboden hauptsächlich im Bergland vor. Die Basen- und Nährstoffarmut bedingt einen sehr langsamen Abbau der Streu, weswegen sich so genannte Moderauflagen bilden. Neben der Buche als Hauptbestandsbildner können  Traubeneiche,  Hängebirke und Eberesche verbreitet sein. In der artenarmen Strauchschicht sind  Faulbaum und  Wald-Geißblatt zu finden. Die Bodenvegetation ist gekennzeichnet durch ihre Artenarmut und die Vorherrschaft säuretoleranter Pflanzen wie Weiße Hainsimse,  Drahtschmiele,  Heidelbeere und  Wiesen-Wachtelweizen.

Mullbuchenwälder

Mullbuchenwälder (Waldgersten- und Waldmeister-Buchenwälder) finden sich auf Lehmböden und Braunerden mittlerer bis guter Wasser- und Nährstoffversorgung in Silikat- und Basaltgebieten des niederen Berg- und Hügellandes sowie im norddeutschen Jungmoränengebiet. Die sehr aktive Bodenfauna auf diesen Standorten fördert die Entstehung eines für das Pflanzenwachstum günstigen Mull-Humus als Bodenauflage. Die Mullbuchenwälder, unterteilt in die Waldgersten-Buchenwälder und die Waldmeister-Buchenwälder, sind die in Deutschland häufigsten Waldgesellschaften (Ellenberg 1996). Die Buche kann von Baumarten wie Bergahorn, Esche und Bergulme begleitet werden. Die Strauchschicht fehlt in den Beständen oder kommt nur am Waldrand zur Geltung. Die Krautflora ist jedoch artenreich mit charakteristischen Arten wie  Einblütigem Perlgras,  Waldmeister,  Buschwindröschen,  Vielblütiger Weißwurz,  Bärlauch,  Scharbockskraut,  Leberblümchen, Bingelkraut und  Goldnessel (Oberdorfer 1992).

Trockenhang Kalkbuchenwälder

Trockenhang Kalkbuchenwälder haben ihren Verbreitungsschwerpunkt auf flachgründigen Böden des Muschelkalks und Juras, meist in (trockener) Hanglage. Die Kalk-Buchenwälder können je nach Wasserhaushalt in verschiedenen Ausprägungen auftreten. Die Spanne reicht von den gut wasserversorgten frischen Kalkbuchenwäldern, zu denen auch Bärlauch-Buchenwälder mit ihrem Reichtum an Frühjahrsblühern gehören, bis hin zu den trockenen flachgründigen Seggen-Trockenhangbuchenwäldern, in denen viele seltene Orchideen wachsen (Jedicke 1992).

Zur vorherrschenden Rotbuche gesellen sich vor allem in der trockenen Variante Traubeneiche, Mehlbeere, Elsbeere, Bergahorn und Feldahorn dazu. In der Strauchschicht sind  Seidelbast und  Rote Heckenkirsche verbreitet. Je nach Ausprägung ist die Krautschicht mehr oder weniger individuenreich mit Türkenbund-Lilie oder den Orchideen-Arten Rotes und  Weißes Waldvögelein vertreten.

Fauna

Allein mitteleuropäische Buchenwälder sind Lebensräume für knapp 5.200 Tierarten, darunter finden sich Siebenschläfer, Gelbhalsmaus, Waldlaubsänger, Schwarzspecht, Zwergschnäpper, Hohltaube oder zahlreiche Fledermäuse wie Braunes Langohr. An die Buche sind zudem viele Insekten wie Schnell-, Pracht- oder Hirschkäfer und Falter wie Nagelfleck oder Buchenspinner gebunden.

Eichenwaldgesellschaften

Neben der Rotbuche zählen die Eichen zu den wichtigsten Laubhölzern im Natur- und Wirtschaftswald in Mitteleuropa (Ellenberg 1996). Als häufigste Arten treten die  Stieleiche und die  Traubeneiche in der Baumschicht auf. Trockenheiße, flachgründige, z.T. felsreiche Standorte werden in Süddeutschland kleinflächig von der Flaumeiche besiedelt. Alle Eichenarten benötigen zum Wachstum viel Licht und können ein sehr hohes Alter erreichen. Eichenmischwälder können in verschiedenen Zusammensetzungen ganz unterschiedliche Standorte besiedeln und vermitteln oft als Kontaktgesellschaften zu den Buchenwäldern (Härdtle et al. 2004).
Im Folgenden werden die beiden wichtigsten  Eichenwaldgesellschaf­ten näher beschrieben (Oberdorfer 1992; Härdtle et al. 2004):

Eichen-Hainbuchenwälder

Eichen-Hainbuchenwälder kommen in den Tälern des Flach- und Hügellandes mit feuchten, von Stau- und Grundwasser beeinflussten, schlecht durchlüfteten Böden vor, wo sie der Rotbuche an Konkurrenzkraft überlegen sind. Viele Eichen-Hainbuchenwälder sind durch Waldweide oder Niederwaldwirtschaft aus Buchenwäldern hervorgegangen, da diese Nutzungsformen von den Eichen-Arten und der Hainbuche besser toleriert werden (Oberdorfer 1992; Härdtle et al. 2004).

Je nach Standortbedingungen werden Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder von Labkraut-Eichen-Hainbuchenwäldern unterschieden. Vor allem in den höher gelegenen Auen kommen die Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder vor, die oft mit Ulmen durchsetzt sind. Die Standorte sind feucht bis frisch und häufig grundwassernah. Meist ist eine reiche Krautschicht mit vielen Frühjahrsblühern ausgebildet (Typische Arten:  Hain-Sternmiere, Wald-Himmelschlüssel,  Gold-Hahnenfuß)
Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder finden sich meist an wechselfrischen bis trockenen Standorten. Die Böden sind oft tonig oder flachgründig. Die reiche Strauch- und Krautschicht setzt sich aus wärmeliebenden Arten wie  Wolligem Schneeball,  Liguster,  Wald-Labkraut, oder  Melissen-Immenblatt zusammen.

In der oberen Baumschicht herrschen Stiel- und Traubeneiche vor, darunter bilden die  Hainbuchen eine zweite Baumschicht. Außerdem können weitere Arten wie Berg- und Feldahorn, Esche, Eberesche,  Winterlinde,  Rotbuche und  Vogelkirsche am Aufbau der Baumschicht beteiligt sein. In naturnahen Beständen ist durch das dichte Kronendach die Strauchschicht oft nicht stark ausgeprägt. Doch ist sie in Abhängigkeit des Nutzungseinflusses mit Arten wie  Hasel, Weißdorn,  Roter Hartriegel,  Pfaffenhütchen,  Rote Heckenkirsche oft recht artenreich (Härdtle et al. 2004).

Bodensaure Eichenmischwälder

Bodensaure Eichenmischwälder finden sich auf sauren und nährstoffarmen Sandböden des nord-westdeutschen Tieflandes oder auf flachgründigen Böden der Felsabhänge in den westlichen Mittelgebirgen. Das vom Atlantik beeinflusste Klima mit vielen Niederschlägen bedingt hier einen hohen Grund- und Stauwasseranteil der Böden.

Neben der Stieleiche sind Hängebirke, Traubeneiche, Eberesche und  Zitterpappel häufige Begleiter in der Baumschicht, die nur ein lockeres Kronendach ausbildet. Bei zunehmender Bodenfeuchte können auch  Schwarzerle und  Moorbirke hinzutreten. In der Strauchschicht sind außer dem Jungwuchs der Baumarten  Wald-Geißblatt,  Brombeere sowie an feuchteren Stellen der  Faulbaum verbreitet.

Bodenvegetation

Die Bodenvegetation wird von säuretoleranten Pflanzen wie  Drahtschmiele,  Weichem Honiggras und  Wiesen-Wachtelweizen, gelegentlich auch von Heidekraut und  Heidelbeere gebildet. Auf feuchteren Standorten finden sich auch Pfeifengras oder Adlerfarn.

Fauna

In Eichenwaldgesellschaften sind eine Vielzahl von Nachtfaltern wie Eichenwickler, Eichenprozessionsspinner, Schwammspinner, Eichenzahnspinner und der Eichenzipfelfalter (Tagfalter) heimisch. Außerdem leben dort Käfer wie Hirschkäfer, Großer Eichenbock, Zangenbock oder Juchtenkäfer (Eremit),  Vögel wie Kleiber, Buntspecht oder Mittelspecht sowie  Säugetiere wie Baummarder oder Waldspitzmaus (Hohlfeld 1997, Haase et al. 1998). Die Eiche besitzt die höchste Anzahl pflanzenfressender Tierarten aller heimischen Baumarten.

Ahorn-Eschen-Linden-Mischwälder (Schluchtwälder)

Schattige, luft- und bodenfeuchte Hänge und Schluchten mit stark humosen und nährstoffreichen Böden in den Mittelgebirgen sind Standorte des Ahorn-Eschen-Linden-Mischwaldes. Die Böden sind durch Abtrag und Rutschungen von Gesteinsmassen in ständiger Bewegung und begünstigen somit ausschlagfähige Edellaubbäume. Das Vorkommen der Schluchtwälder ist auf diese relativ kleinräumigen Sonderstandorte beschränkt.
Je nach Exposition und Lage sind Esche,  Bergahorn,  Winterlinde,  Bergulme und  Spitzahorn am Aufbau der Baumschicht beteiligt (Reif et al. 2000). In der Strauchschicht sind Holunder und  Rote Johannisbeere verbreitet.

Krautschicht

Die Krautschicht bilden großblättrige, rasch wachsende und Schatten ertragende Kräuter und Farne wie Silberblatt,  Christophskraut,  Waldziest,  Hexenkraut, Echtes Springkraut, Vierblättrige  Einbeere sowie Hirschzungenfarn und  Eichenfarn.

Fauna

Wegen der besonderen Standortbedingungen dieses Lebensraumes kommen eine Reihe spezialisierter Arten (z.B. Assel- und Schneckenfauna) vor. Diese Wälder stehen aber, vor allem auch durch ihre oft kleinflächige und lineare Ausbildung, in enger Beziehung zu den nährstoffreichen Laubwaldgesellschaften und weisen eine sehr ähnliche Fauna auf (Blab 1993).

Auenwälder

Von der wechselnden Wasserführung der Bäche und Flüsse beeinflusste Wälder werden als Auenwälder bezeichnet. Neben der periodischen Überflutung verlagern die Fließgewässer auch Sedimente und organisches Material, was zu mechanischen Beanspruchungen der Waldbäume und zu Nährstoffeinträgen in die Waldbestände führt (Reif et al. 2000). Entscheidend für das Wachstum der Bäume sind Häufigkeit, Dauer und Jahreszeit der Überflutungen. Nach der Größe des Fließgewässers können die begleitenden Lebensräume in zwei Kategorien unterteilt werden:

Bachauenwälder

Bachauenwälder kommen im Überschwemmungsbereich von Bächen des Hügellandes und der Mittelgebirge vor. Die zeitweiligen Hochwasserereignisse – meist im Winter und Frühjahr – sorgen in der relativ schmalen Aue für gut nährstoffversorgte und stickstoffreiche Standorte. Ähnlich feuchte und nährstoffreiche Standorte bilden in Kalkgebieten Quellaustritte.

In der Baumschicht herrschen vor allem  Schwarzerle und Esche vor, aber auch  Feldulme,  Flatterulme und  Traubenkirsche sind auf tiefgründigeren Böden an der Baumschicht beteiligt. In der Strauchschicht sind vornehmlich  Hasel,  Pfaffenhütchen,  Gewöhnlicher Schneeball,  Roter Hartriegel und Weiden anzutreffen.

Als typische Vertreter der meist deckungsreichen Krautschicht sind insbesondere Echtes Springkraut,  Riesenschachtelhalm,  Gewöhnliches Hexenkraut,  Hohe Schlüsselblume,  Winkel-Segge,  Gilbweiderich,  Sumpfdotterblume,  Rote Lichtnelke, Große Brennessel und  Hain-Sternmiere zu nennen (Oberdorfer 1992; Reif et al. 2000).

Flussauenwälder

Flussauenwälder gliedert man in die flussnahe, besonders häufig und im Winter anhaltend überflutete, Weichholzaue und die flussferne, nur bei außergewöhnlichen Hochwässern überflutete, Hartholzaue. Die Auenwaldstandorte werden heute weitgehend als Grünland oder nach Eindeichung als Ackerland genutzt.

Die Waldgesellschaft der Weichholzaue wird in den großen Flusstälern hauptsächlich von der Silberweide sowie Schwarzpappel und Silberpappel gebildet. Diesen Silberweidenwäldern ist flussseitig ein Weidengebüsch mit  Purpur-,  Korb- und  Mandelweide vorgelagert (Hofmann 1999). Die Weidenarten setzen durch ihre schmalen Blätter dem strömenden Wasser wenig Widerstand entgegen und sind nach Beschädigungen durch Flussgeschiebe sehr regenerationsfähig. In der kurzlebigen Bodenflora kommen  Schwarzfrüchtiger Zweizahn in Spülsäumen,  Gänsefingerkraut auf Rohböden,  Rohrglanzgras im Uferröhricht und  Brennessel oder Klettenlabkraut in stickstoffreichen Staudenfluren vor. Neuerdings dringen sogenannte Neubürger (Neophyten), wie Indisches Springkraut, Spitzblättriger Knöterich und  Topinambur in diese Auenflächen ein und verdrängen die gebietstypische Flora.

An flussferneren Standorten der Hartholzaue am Mittel- und Unterlauf der großen Flüsse führen Feinlehmablagerungen und seltenere Überflutungen zur Ansiedlung von Esche,  Feldulme,  Flatterulme,  Stieleiche,  Bergahorn,  Winterlinde und  Traubenkirsche in der Baumschicht. Diese Eschen-Ulmen-Auenwälder zeichnen sich auch in der Strauchschicht mit Gehölzen wie  Roter Hartriegel,  Pfaffenhütchen,  Gewöhnlicher Schneeball und lianenartigen Gewächsen wie  Waldrebe und  Hopfen durch einen großen Artenreichtum aus.

Frühblüher

Vor der Belaubung der Baumschicht prägen eine Vielzahl von Frühblühern wie Lerchensporn, Aronstab,  Moschuskraut,  Gelbes Windröschen,  Zweilblättriger Blaustern, Frühlingsscharbockkraut oder  Bärlauch das Aussehen dieser Wälder (Reif et al. 2000).

Fauna

Bach- und Flussauenwälder sind aufgrund ihres Standortmosaiks aus Altwassern,  Tümpeln,  Bächen und  Gräben bedeutungsvolle Lebensräume für die Tierwelt.

Man findet bis zu 50 verschiedene  Säugetierarten, bis zu 17  Amphibienarten und bis zu 8  Reptilienarten. 200 bis 250  Vogelarten brüten hier oder nutzen Auen als Durchzugs- und Rastgebiet. 400 bis 500 Großschmetterlingsarten, über 1.000 Käferarten, viele Libellen und zahlreiche andere Tiergruppen finden hier günstige Lebensbedingungen.
Auch die in auwaldnahen  Gewässern lebenden Tiere ( Fische,  Flusskrebse,  Makrozoobenthos) profitieren von der Strukturvielfalt des Gewässerbettes, dem Eintrag von Nahrung aus dem Auwald und der Beschattung des Wassers.

Hochgradig gefährdete Tierarten wie  Schwarzstorch,  Fisch- und  Seeadler, Biber oder  Fischotter beheimatet. Weitere charakteristische Tierarten sind bei den Vögeln Pirol,  Eisvogel oder Nachtigall, bei den Insekten Schwarzes Ordensband, Großer Pappelbock oder Pappelglasflügler und bei den Amphibien die Erd-, Kreuz- und Knoblauchkröte, sowie Springfrösche.
Sehr beeindruckende und farbenfrohe Insektenarten, die im Auwald vorkommen sind Hirschkäfer, Großer Eichenbock, Großer Eisvogel (ein Schmetterling!), Erlen-Sichelflügel, Kleiner und Großer Schillerfalter. Zu den  Libellenarten, die ihre Larvenentwicklung in kleinen Tümpeln und langsam fließenden Seitenarmen durchlaufen, zählen Große und Frühe Heidelibelle, Großer Blaupfeil, Glänzende Smaragdlibelle, Plattbauch- und Vierflecklibelle, Hufeisen-Azurjungfer und Kleine Pechlibelle. Eine speziell an Auen angepasste Reptilienart ist die Ringelnatter.

Bruchwälder

Als Bruchwald wird ein permanent nasser, zeitweilig auch überstauter, sumpfiger Wald an torfigen Standorten bezeichnet. Diese sind im Gegensatz zu Auenwäldern nicht an fließendes Wasser gebunden und werden nur gelegentlich überschwemmt. Entscheidend für ihre Ausprägung ist vielmehr ein dauerhaft hoher Grundwasserspiegel (Ellenberg 1996). Häufig sind Bruchwälder mit ihren typischen Pflanzengesellschaften auch Teil der Auenlandschaft, z.B. wenn ein Flussmäander in Folge einer Überschwemmung vom Hauptfluss abgeschnitten wird und als Altarm langsam verlandet. Sie bilden somit oft das Endstadium der Verlandungsreihe eines Gewässers.

Bruchwälder genießen gesetzlichen Schutz durch Bundes- und Landesnaturschutzgesetze. Wegen ihrer Seltenheit sind Eingriffe in diese Lebensräume untersagt.

Erlenbruchwälder

Während die von der  Schwarzerle dominierten Erlenbruchwälder auf basenreiches Grundwassers angewiesen sind, treten bei gleichem Wasserhaushalt, aber zunehmendem Basenmangel, Birken- und Kiefernbruchwälder auf. In Gebirgslagen und an Hochmoorrändern kann auch die Fichte in Bruchwäldern bestandesbildend werden.

Neben der vorherrschenden  Schwarzerle kommen in den Erlenbruchwäldern Gehölze wie  Vogelbeere,  Schwarze Johannisbeere,  Grauweide oder  Ohrweide vor. In den stark grundwasserbeeinflussten Senken gedeiht eine gut angepasste Krautschicht mit Farnen wie  Königsfarn und  Kammfarn, Kräutern wie  Sumpfschwertlilie,  Sumpfdotterblume und  Sumpf-Veilchen sowie Gräsern und Seggen, z.B.  Sumpf-Reitgras,  Rasenschmiele und  Walzensegge (Reif et al. 2000, Stegner 2000).

Bodensauren Birken- und Kiefernbruch- wäldern

In den bodensauren Birken- und Kiefernbruchwäldern wächst die Baumschicht aufgrund der ungünstigen Wuchsbedingungen schlecht und ist relativ locker ausgebildet. Bestandesbildend können hier je nach Standort  Moorbirke,  Hängebirke,  Waldkiefer und gelegentlich auch  Fichte sein. Es können sich nur vereinzelt nässe- und säureertragende Straucharten wie  Faulbaum und  Vogelbeere entwickeln. Dafür ist der Bodenwuchs üppig und setzt sich aus lichtliebenden Zwergsträuchern wie  Rauschbeere,  Heidelbeere und  Moosbeere zusammen. Ferner sind  Pfeifengras,  Glockenheide und verschiedene Torfmoosarten verbreitet (Ellenberg 1996).

Fauna

Die dauernassen Standorte der Bruchwälder weisen für die Fauna besondere Bedingungen auf. Als Lebensraum nutzen dies  Säuger wie Rötelmaus oder Sumpfspitzmaus,  Vögel wie  Schwarzstorch,  Kranich, Kleinspecht oder Weidenmeise,  Amphibien wie Ringelnatter oder Moorfrosch. Naturbelassene Bruchwälder bieten hervorragende Lebensbedingungen für Brutvögel.

Tannen- und Tannen-Buchenwälder

Die Lebensansprüche der  Weißtanne sind denen der  Rotbuche sehr ähnlich, deswegen bilden diese beiden Baumarten häufig in unterschiedlichen Anteilen Mischbestände (Ewald 1997). Die Tanne toleriert sehr viele Bodenverhältnisse, ist aber sommerwärmeliebend und braucht relativ hohe Niederschlagsmengen (Reif et al. 2000). Tannen- und Tannen-Buchenwälder sind vornehmlich in höheren Lagen der Mittelgebirge Süddeutschlands wie dem Schwarzwald, dem Bayerischen Wald oder dem Erzgebirge und im Alpenraum verbreitet.

Neben den beiden Hauptbaumarten kommen häufig auch Fichte und Bergahorn in der Baumschicht vor. Im Unterstand finden sich schattentolerante Gehölze wie  Hasel und  Eibe sowie im wintermilden Klima des Schwarzwaldes oft die immergrüne  Stechpalme und  Wald-Geißblatt.

Krautschicht

In der Krautschicht gibt es je nach Standort und Bodenverhältnissen unterschiedliche Ausprägungen. Auf relativ nährstoffarmen Standorten kommen  Heidel- und  Preiselbeere, Heidekraut, Hainsimse und  Rippenfarn vor. Dagegen finden sich auf Böden mit mittlerer bis guter Basen- und Nährstoffversorgung  Rundblatt-Labkraut,  Wald-Veilchen,  Ährige Teufelskralle und  Wald-Schachtelhalm (Härdtle et al. 2004).

Fauna

Tannen-Buchenwälder beherbergen je nach Anteil der Buche am Bestandesaufbau eine Vielzahl von Tierarten, die auch in den Buchenwaldgesellschaften beheimatet sind. Es kommen aber weitere Arten wie beispielsweise  Auerhuhn, Waldschnepfe, Rauhfuß- und Sperlingskauz oder Zitronengirlitz hinzu.

Fichtenwälder

Natürliche Fichtenwälder sind in den höchsten Lagen der Mittelgebirge wie etwa im Thüringer Wald, Fichtelgebirge, Bayerischer Wald oder Schwarzwald sowie in den Alpen ab 1.600 m Höhe verbreitet (Reif et al. 2000). Als Halbschattbaumart benötigt die Fichte in der Jugendphase ausreichend Licht. In der Altersphase lässt die Fichte dann als stark beschattender Nadelbaum kaum noch andere Bäume und Sträucher aufkommen. Allenfalls vereinzelte Beimischungen der Eberesche, Hängebirke und seltener der Weißtanne kommen vor.

Krautschicht

Kennzeichnende Arten der Krautschicht sind Alpenlattich, Herzförmiges Zweiblatt und  Korallenwurz (Reif et al. 2000). Außerdem treten Gräser wie  Drahtschmiele,  Rotes Straußgras und Wolliges Straußgras sowie Zwergsträucher wie  Heidelbeere und  Preiselbeere hinzu. Ansonsten ist der Waldboden oft von einer Moosschicht oder Streuschicht aus Fichtennadeln bedeckt.

Fauna

In natürlichen Fichtenwäldern herrschen aufgrund ihrer Höhenlage extreme klimatische Bedingungen, die durch vermindertes Baumwachstum und Schnee- oder Windbruch immer wieder starke Lücken im Bestand verursachen (Reif et al. 2000). Diese reichgegliederten Lebensräume werden von  Auerhuhn oder Sperlingskauz bewohnt. Des Weiteren kommen Vögel wie Sommer- und Wintergoldhähnchen, Hauben- und Tannenmeise und Fichtenkreuzschnabel vor.

Kiefernwälder

Die  Wald-Kiefer kann aufgrund ihrer Lichtbedürftigkeit auf den meisten mittleren Standorten nicht mit anderen Baumarten konkurrieren. Deswegen ist sie von Natur aus nur unter extremen Wuchsbedingungen wie nährstoffarmen Trocken- oder Feuchtstandorten bestandesbildend (Härdtle et al. 2004). Kiefernwälder haben natürlicherweise ihren Verbreitungsschwerpunkt im kontinentalen Klimabereich östlich der Elbe. Zudem gibt es inselartige Vorkommen bei extremen kleinklimatischen und standörtlichen Verhältnissen wie etwa im östlichen Bayern, im Steigerwaldvorland und im Mainzer Becken.

Strauch- und Krautschicht

Gehölzarten wie  Stieleiche,  Hängebirke und Eberesche sind in geringeren und unregelmäßigen Anteilen neben der  Wald-Kiefer beteiligt. In der Strauchschicht sind  Faulbaum, Wacholder und  Besenginster anzutreffen. Die Krautschicht wird von säureliebenden und magerkeitszeigenden Pflanzen wie  Drahtschmiele, Schafschwingel,  Wiesen-Wachtelweizen, Siebenstern oder Zwergsträuchern wie  Heidelbeere,  Preiselbeere und Heidekraut gebildet. Der Boden wird oft flächendeckend von einer Moosschicht überzogen.

Fauna

Naturnahe bodensaure Kiefernwälder besitzen eine vielfältige Fauna. Typische Vertreter der  Vogelwelt sind beispielsweise  Ziegenmelker, Haubenmeise,  Heidelerche und Waldohreule. Bei den  Reptilien sind seltene Arten wie die Aeskulapnatter oder die Smaragdeidechse zu nennen. Außerdem sind ca. 160 Insektenarten wie Kiefernschwärmer, Mulmbock oder Kamelhalsfliege auf die Kiefer spezialisiert.

 

Natursport in den verschiedenen Waldtypen

betroffene Tierarten

 Amphibien;  Reptilien;  Säugetiere;  Vögel,  Libellen

 


Konfliktlösungen

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