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Reptilien


Ringelnatter © Stefan Ott, piclease
Foto: Ringelnatter © Stefan Ott, piclease

In Deutschland kommen 13 Reptilienarten vor, die in Schildkröten (1 Art), Echsen
(6 Arten) und Schlangen (6 Arten) unterschieden werden.
Die Kreuzotter ist die einzige Giftschlange in Deutschland. Tödliche Unfälle durch Schlangenbisse sind jedoch sehr selten. Das Gift ist nur für Personen mit Kreislaufschwäche oder für Kinder lebensgefährlich.

Reptilien sind wechselwarme Tiere, deren Körpertemperatur von der Umgebungstemperatur abhängig ist. Reptilien sind mehrheitlich wärmeliebend und somit hauptsächlich tagaktiv, während  Amphibien als feuchteliebende Tiere eher dämmerungs- und nachtaktiv sind. Reptilien regeln ihre Körpertemperatur durch gezieltes Aufsuchen von Sonnenplätzen, weichen jedoch bei zu hohen Temperaturen in den Schatten aus.

Im Winter, bei Kälte und knapper Nahrung suchen die Tiere ein Versteck auf und halten Winterruhe. Währenddessen ist der Stoffwechsel auf ein Minimum reduziert.

Lebensraum von Reptilien

Gruppen

Reptilien können nach ihren Ansprüchen an den Lebensraum in drei Gruppen unterschieden werden:

Zu den Arten mit wenig spezifischen Lebensraumansprüchen und Wärmeeinstrahlung zählen Waldeidechse, Blindschleiche, Kreuzotter und Ringelnatter. Mit Ausnahme der Kreuzotter, die in Deutschland nur bestimmte Landesteile besiedelt, handelt es sich um Arten mit weiter Verbreitung. Sie brauchen vor allem nahrungs- und deckungsreiche Areale. Wichtig ist, dass die Sonne einige Stunden am Tag den Boden erwärmt. Geschlossene, schattig-kühle Waldgebiete und intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen werden gemieden oder allenfalls entlang von Grenzlinien besiedelt.

Die wasserliebenden Reptilien sind an offene  Gewässer gebunden (Würfelnatter, Sumpfschildkröte und in geringerem Umfang die Ringelnatter). Zusätzlich benötigen sie ungestörte Sonnenplätze, vorzugsweise direkt an der Wasserkante.

Arten der offenen bis halboffenen Trockenstandorte (Aspisviper, Smaragd-, Mauer- und Zauneidechse, Schlingnatter, Äskulapnatter) sind ausgesprochen wärmeliebend. Deutschland stellt für diese Arten bereits die nördliche Verbreitungsgrenze dar.

Strukturreich

Wichtig für einen geeigneten Reptilienlebensraum sind verschiedene, miteinander vernetzte Elemente wie windgeschützte Sonnenplätze, Paarungs- und Eiablageplätze, Jagdreviere, Deckungs- und Versteckmöglichkeiten sowie Überwinterungsquartiere. Zum Sonnen suchen Reptilien Strukturen auf, die sich besonders schnell und stark aufheizen, z.B. trockenes Holz, vegetationsfreie Stellen, Gesteinshaufen und  Felsen, Haufen aus trockenem Gras oder Laub. Zum Überwintern werden passende Verstecke wie der Wurzelbereich von Bäumen, Erdlöcher, Felsspalten, Hohlräume unter Steinplatten und totem Holz oder Kleinsäugerbauten gesucht. Einige Arten graben auch Höhlen. Die Europäische Sumpfschildkröte überwintert am Gewässergrund oder gräbt sich an Land ein.

Gefährdung von Reptilien

Die Reptilienbestände in Deutschland sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Gründe hierfür sind:

  • die Intensivierung der Landwirtschaft mit verstärktem Biozideinsatz
  • das Zuwachsen ehemals extensiv genutzter Biotope wie z.B. Trockenrasen und Heiden
  • Verbuschung traditioneller südexponierter Weinbaulagen
  • die Zerstörung von Kleinstrukturen wie Hecken und Lesesteinhaufen in der Landschaft
  • die Verbuschung bzw. Aufforstung von brachliegenden Flächen
  • Beseitigung oder Erneuerung alter Bahnkörper oder Weinbergsmauern als Lebensraum der Mauereidechse
  • streunende Katzen in Städten und siedlungsnahen Gebieten

Gefährdete Arten

Die breite Gefährdung dieser Artrengruppe spiegelt sich in der bundesdeutschen Roten Liste gefährdeter Tierarten wider:
vier Arten sind vom Aussterben bedroht: Europäische Sumpfschildkröte, Würfelnatter und Aspisviper und Östliche Smaragdeidechse
drei Arten sind stark gefährdet: Westliche Smaragdeidechse, Kreuzotter und Äskulapnatter
eine Art ist gefährdet: Schlingnatter
drei Arten stehen auf der Vorwarnliste: Zauneidechse, Mauereidechse, Ringelnatter
zwei Arten sind derzeit ungefährdet: Blindschleiche und Waldeidechse

Gefährdung durch Natursport

 Felsen der außeralpinen Bereiche sind seltene Biotope, in denen verschiedene Reptilien leben. Nach Süden ausgerichtete Felsen,  Geröll- und Blockhalden sind der bevorzugte Lebensraum der Mauereidechse, Smaragdeidechse, Schlingnatter und Zauneidechse. Uneingeschränkte, intensive Nutzung dieser Lebensräume als Kletterfelsen und Zustiege zu Kletterrouten können Reptilienbestände stark beeinträchtigen. Für die meisten Kletterfelsen bestehen jedoch bereits Konzepte, um einen Schutz der Tier- und Pflanzenwelt sicherzustellen. (siehe  Klettern)

Schutz von Reptilien

Der Erhalt und die Neuanlage von strukturreichen Lebensräumen wie z.B. südexponierte Weinbaulagen mit einem kleinräumigen Nutzungsmosaik sind die wichtigsten Maßnahmen, um Reptilienbestände dauerhaft zu sichern. Auch auf Privatgrundstücken, z.B. im Garten können Lebensräume und Winterquartiere für Reptilien gezielt geschaffen werden. Beispiele sind das Anlegen von Komposthaufen, Trockenmauern, Lesesteinhaufen, das Vorhandensein von Holzmailern in besonnten Lagen und verwilderte Bereiche sowie der Verzicht auf Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel.

Seit 1980 stehen alle Reptilienarten in der Bundesartenschutzverordnung § 1 unter besonderem Schutz. Darüber hinaus ist es nach Bundesnaturschutzgesetz § 44 verboten, Reptilien aus ihrem Lebensraum zu entnehmen oder empfindlich zu stören.

Reptilien im Detail

Systematik

 Klasse Reptilia (Kriechtiere)

Körperbau

Reptilien besitzen eine drüsenlose, von Hornschuppen oder einem Panzer bedeckte Haut. Schuppen und Panzer schützen vor Austrocknung und vor Verletzungen. Da die starre Reptilienhaut nicht mitwächst, müssen sich die Tiere von Zeit zu Zeit häuten. Während sich bei den Eidechsen die Haut meist in kleinen Stücken vom Körper löst, streifen die Schlangen ihre Haut in einem Stück ab. Die ablegte Haut wird als Schlangenhemd bezeichnet. Bei Schildkröten bildet sich der Panzer von unten her neu und die alten Panzerplatten lösen sich einzeln ab.

Die Sumpfschildkröte hat einen flachen Rücken- und Bauchpanzer und scharfkrallige Zehen, die durch Schwimmhäute verbunden sind. Ihr breitschnabeliges Maul besitzt keine Zähne, sondern scharfe Hornschneiden.

Eidechsen besitzen zwei Beinpaare mit jeweils fünf bekrallten Zehen. Eine Ausnahme bei den Eidechsen ist die Blindschleiche. Ihre Beine sind wie bei den Schlangen zurückgebildet.

Schlangen und Blindschleichen bewegen sich kriechend fort. Schlangen werden in Vipern (Ottern) und Nattern unterschieden. Vipern haben senkrecht geschlitzte Pupillen, Nattern besitzen runde Pupillen. Schlangen müssen nicht blinzeln, da das Augenlid durchsichtig ist und das Auge ständig bedeckt.

Reptilien sind auf verschiedene Weise in der Lage, Reize aus Ihrer Umwelt wahrzunehmen und zu verarbeiten. Allen gemeinsam ist die Aufnahme von Gerüchen über die Nase und mittels ihrer gespaltenen Zunge.
Die Augen spielen bei vielen Schlangen hauptsächlich für das Erkennen anderer Schlangen, anderer Tiere und die Orientierung im Raum eine Rolle. Es gibt viele unterschiedlich ausgestatte Augen und dementsprechend ist auch das Sehvermögen der Tiere unterschiedlich gut ausgeprägt.
Das Gehör von vielen Reptilien nimmt durch die Luft übertragene Schallwellen nur sehr schlecht bis gar nicht wahr, da kein Außenohr vorhanden ist. Die stets große Bodennähe ermöglicht es ihnen mittels ihres Innenohrs Erschütterungen sofort zu registrieren. Meist reagieren sie auf entsprechende Störungen resp. Erschütterungen mit Flucht. Voraussetzung dafür ist, dass der Kopf auf dem Boden aufliegt. Die Erschütterungen werden dann über eine Reihe von Knochen, die mit dem Unterkiefer verbunden sind, ins Innenohr übertragen. Da beide Hälften des Unterkiefers unabhängig voneinander in Schwingungen versetzt werden können, ermöglicht es zusätzlich eine Richtungswahrnehmung. Anhand der Stärke der Vibration ist es vielen Schlangen ebenso möglich, die Größe des Feindes abzuschätzen und sich in ein Versteck zu flüchten, bevor der Feind sie erreicht.

Fortpflanzung

Meistens paaren sich Reptilien nachdem sie ihr Winterquartier verlassen haben. Manche Schlangen bilden Paarungsgemeinschaften (Natterngezücht, Schlangenkönig mit seinem Gefolge). Eidechsen schließen sich in der Regel für eine Saison zu festen Paaren zusammen.

Während der Paarung übertragen die Männchen ihre Samen mit speziellen Kopulationsorganen. Die Befruchtung erfolgt ausschließlich im Körper der Weibchen. Die meisten Arten sind eierlegend, einige Arten aber auch lebendgebärend.

Eier werden meist in selbstgegrabenen Erdlöchern oder in verrottendes Substrat wie Komposthaufen abgelegt. Sonnenschein bzw. Verrottungswärme „brüten“ die Eier aus. Als Anpassung an kühlere klimatische Bedingungen sind einige Arten lebendgebärend, d.h. die Entwicklung der Eier erfolgt im Mutterleib und das Schlüpfen während der Geburt (Waldeidechse, Blindscheiche, Kreuzotter).

Nahrung

Eidechsen ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Würmern und anderen Gliedertieren. Schlangen sind eher Nahrungsspezialisten. Die Schlingnatter hat sich auf Eidechsen spezialisiert, die Ringelnatter jagt vorzugsweise  Amphibien und  Fische, Würfelnattern erbeuten Fische im Wasser, Kreuzotter und Äskulapnatter fressen hauptsächlich Kleinsäuger.

Die Europäische Sumpfschildkröte frisst sowohl Wasserpflanzen und Algen als auch Tiere (z.B. Insekten, Schnecken, Fische, Amphibien).

Natürliche Feinde

Reptilien werden von Vögeln wie  Falken,  Krähen, Würgern und  Reihern sowie  Säugetieren wie Ratten, Igeln, Wieseln, Füchsen und Dachsen verspeist. Schlangen fressen gerne auch kleinere Reptilien.

Verhalten

Reptilien sind lungenatmende Landwirbeltiere. Die beschuppte Haut dient als Verdunstungsschutz und ermöglicht ein vom Wasser unabhängiges Leben. Einige Arten sind sekundär wieder zu Wasserbewohnern geworden oder verbringen zumindest einen Teil ihres Lebens im  Wasser. Die Eiablage erfolgt jedoch bei allen Arten an Land.

Reptilien sind relativ ortstreu. Sehr oft werden dieselben Standplätze beibehalten, solange die Tiere dort nicht gestört werden. So ist es durchaus möglich, dieselben Tiere während eines ganzen Sommers in einem Umkreis von 15 m x 15 m zu beobachten. Wanderungen sind eher selten und erfolgen meist kleinräumig über wenige hundert Meter im Zuge aktiver Ausbreitung oder etwa zur Paarungszeit.
Die meisten Reptilien beanspruchen eigene Reviere. Bei den Eidechsen und Schlangen kämpfen meist die Männchen um ihr Revier. Während die Schlangenkämpfe eher ritualisiert ablaufen („mehr Show als Action“), tragen Eidechsen durchaus Beschädigungen davon.

Eidechsen können bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen: Während der noch zuckende Schwanz den Verfolger ablenkt, können sie entkommen. Der verlorene Schwanz wächst wieder nach, wird aber nicht mehr so groß und besitzt oft auch eine gröbere Struktur.

Einige Schlangen, z.B. die Ringelnattern, stellen sich als Reaktion auf große Bedrohungen tot. In diesem Fall dreht sich die Schlange auf den Rücken, erschlafft völlig und streckt die Zunge weit heraus.

Viele Reptilien sind gute Kletterer, so z.B. die Mauereidechse.

Reptilien sind außergewöhnliche Tiere. So kann die Europäische Sumpfschildkröte im Winter tageweises, komplettes Einfrieren überleben oder die Blindschleiche in Gefangenschaft über 40 Jahre alt werden.

Besonders schutzwürdige Arten

Smaragdeidechse

Die Smaragdeidechse ist eine der farbenprächtigsten Erscheinungen in der heimischen Tierwelt. In Deutschland gibt es zwei Smaragdeidechsen-Arten, eine östliche und eine westliche. Große Teile des Körpers insbesondere der Rücken sind hell- bis dunkelgrün gefärbt. Bei geschlechtsreifen Männchen sind die Hals- und Kopfseiten und die Kopfunterseite bis zum Halsband hellblau bis blaugrünlich gefärbt. Smaragdeidechsen werden bei uns bis 35 Zentimeter groß, in Südeuropa auch 40 Zentimeter und mehr. Davon entfallen rund zwei Drittel auf den Schwanz, dessen Ende sie nach Eidechsenart bei Angriffen abwerfen können. Jeder der hinteren Schwanzwirbel hat eine eingebaute Sollbruchstelle. Bei großer Gefahr zieht die Smaragdeidechse die dort verlaufenden Ringmuskeln heftig zusammen und das Schwanzstück fällt ab. Das schwanzeigene Nervensystem arbeitet danach bis zu zwanzig Minuten weiter, so dass das abgeworfene Stück heftig zappelt und die Aufmerksamkeit von  Greifvögeln, Mardern oder Katzen auf sich lenkt.

Lebensraum und Verbreitung
Hauptverbreitungsgebiet der Smaragdeidechse ist das östliche Mitteleuropa und der größte Teil der Balkanhalbinsel. Das Areal der in Südosteuropa beheimateten Östlichen Smaragdeidechse erreicht im Donautal seine westliche Grenze. Ein weiteres, isoliertes Vorkommen befindet sich in Ostbrandenburg. Die Westliche Smaragdeidechse, deren Hautverbreitungsgebiete in Süd- und Südwesteuropa liegen, hat in Deutschland nur reliktische Vorkommen an den Hängen einiger großer Flusstäler wie Rhein und Mosel.
Als Lebensraum werden von der Smaragdeidechse sonnige, buschreiche Biotope auf Kalk-, Sand- oder Geröllboden besiedelt. Als Strukturen werden Dämme, Böschungen, Steinmauern,  Weinberge und  Waldränder bevorzugt. Die Smaragdeidechse ist tagaktiv, flink und klettert gern. Das Gelege umfasst 5-22 Eier, die in selbstgegrabenen Erdgängen abgesetzt werden.

Kreuzotter

Die Kreuzotter ist eine kleine bis mittelgroße Giftschlange aus der Familie der Vipern Eurasiens. Sie besitzt von allen Vipern das größte und zugleich das nördlichste Verbreitungsgebiet. Die Kreuzotter erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 90 cm. Meist werden jedoch Längen von 50 - 60 cm erreicht, wobei die Weibchen größer werden als die Männchen. Der Körper ist mäßig gedrungen mit kurzem Schwanz. Der Kopf ist gut abgesetzt mit senkrechten Pupillen. Der Schwanz endet in einer hornigen Spitze. Die Rückenschuppen sind deutlich gekielt. Die Färbung der Kreuzotter variiert erheblich. Die Färbung der Oberseite reicht bei Männchen von fast weiß über silber, grau, aschgrau, grüngrau, braungrau bis zu gelbbraun und bei Weibchen von sandgelb über gelbrot, rost- oder kupferfarben bis dunkelbraun. Außerdem gibt es bei beiden Geschlechtern schwarze Tiere. Die Chance von einer Kreuzotter gebissen zu werden ist sehr gering. Es sollte aber in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, wenn es doch passiert. Die Giftwirkung bei einem Kreuzotterbiss ist als mäßig bis schwach zu bezeichnen, wird aber oft durch die Aufregung des Gebissenen verstärkt.

Lebensraum und Verbreitung
Die Kreuzotter lebt in weiten Gebieten von Eurasien. Das Verbreitungsgebiet reicht von 69° n.Br in Finnland, über NW-Frankreich und Großbritannien (fehlt in Irland) im Westen, Norditalien und nördliche Balkanhalbinsel im Süden und über S-Sibirien und das gemäßigte M-Asien bis einschließlich Sachalin. Sie ist die einzige Schlangenart, die auch nördlich des nördlichen Polarkreises angetroffen werden kann. In Deutschland ist sie weit verbreitet hat aber eine große Verbreitungslücke in den westlichen Mittelgebirgen und im Mittel- und Hochrheintal. Die Höhenverbreitung der Kreuzotter reicht bis 3000 m NN. Die Kreuzotter wird aber immer seltener und stellt eine stark gefährdete Tierart dar, die unter Naturschutz steht.
Die Kreuzotter besiedelt ein breites Spektrum an Biotopen, wie  Waldränder,  Waldlichtungen,  Heidegebiete,  Moore,  Feuchtwiesen, gestrüppreiche Kanal- und Bahndämme,  Steinbrüche, Kies- und Tongruben.
Die Kreuzotter ist überwiegend am Tag aktiv, aber auch dämmerungs- und nachtaktiv. Sie ernährt sich hauptsächlich von Kleinsäugern, Wühlmäusen, Fröschen und Eidechsen. Kreuzottern töten ihre Beute durch ihr Gift. Nach dem Biss verharrt die Otter kurz und verfolgt die Beute dann anhand der Duftspur. Die verendete Beute wird dann mit dem Kopf zuerst im Ganzen verschlungen. Die Männchen tragen Kommentkämpfe aus. Kreuzottern legen keine Eier sondern sind ovovivipar, das heißt, die Eier besitzen ein normal großes Dotter, aber nur eine dünne Eihaut und werden im Körper des Muttertieres zur Reife gebracht. Ende August bis Anfang Oktober erfolgt dann die Geburt von 5 – 25 Jungen.

Äskulapnatter

Die Äskulapnatter hat einen langgestreckten, glattschuppigen oder allenfalls im letzten Drittel schwach gekielten Körper. Mit bis zu zwei Metern Länge zählt sie zu den größten Schlangenarten Europas. Der Kopf ist schmal und wenig abgesetzt. Die Pupille ist rund. Sie ist wie die meisten Arten der Familie der Nattern ungiftig. Die Oberseite kann verschiedene Braun-, Grau- oder Grüntöne aufweisen. Meist ist der Körper nicht gleichmäßig gefärbt sondern hellt zum Kopf hin auf. An den Körperseiten sind häufig deutliche weiße Striche oder Streifen ausgebildet. Charakteristisch ist bei vielen Tieren ein verwaschener Streifen der vom Auge zum Mundspalt verläuft. Die Unterseite ist gelbweißlich bis gelb und bei adulten Tieren ungefleckt.

Lebensraum und Verbreitung
Die Äskulapnatter ist in Europa von NO- und NW-Spanien über Frankreich Mitteleuropa, die Balkanhalbinsel bis nach Kleinasien verbreitet. In Deutschland leben noch 4 autochthone Populationen im Donautal bei Passau, an der unteren Salzach in Burghausen, im Rheingau-Taunus und im Neckar-Odenwald.
Sie lebt bevorzugt in lichten, sonnigen  Laubwäldern, alten  Steinbrüchen,  Weinbergen, an Ruinen und steinigen gebüschreichen Südhängen. Die Höhenverbreitung reicht bis 2000 m. Die Äskulapnatter ist tagaktiv, verlagert jedoch besonders im Hochsommer ihre Hauptaktivitätsphasen in die Morgen- und Abenddämmerung. Bei sehr großer Hitze versteckt sie sich im Schatten. In den Wintermonaten verkriecht sich die Natter und hält, abhängig vom Klima, eine fünf bis sechs Monate andauernde Winterruhe.
Die Äskulapnatter lebt vor allem auf dem Boden sowie in niedrigem Gestrüpp und bewegt sich flink und leise. Durch ihre Schuppen kann sie sehr gut klettern was sie vor allem zur Nahrungssuche nutzt. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Kleinsäugern,  Vögeln und deren Eier. Jungtiere ernähren sich dagegen hauptsächlich von Eidechsen. Große Beutetiere werden durch Konstriktion getötet. Bei Störungen verhält sich die Schlange wenig angriffslustig. Das Gelege besteht aus bis zu 20 Eiern (meist 5-8), die in hohlen Bäumen, Mist- und Laubhaufen oder Mauerspalten abgesetzt werden.

Aspisviper

Die Aspisviper gehört zur Familie der Vipern. Sie erreicht eine Länge von bis zu 90 Zentimetern, wobei die Männchen größer werden als die Weibchen. Die Aspisviper wirkt gedrungen und hat einen kurzen, dünnen Schwanz. Der Kopf ist dreieckig und deutlich vom Körper abgesetzt. Die Pupille ist senkrecht und die Iris ist gelblich bis bräunlich. Der gesamte Kopf ist mit vielen kleinen Schuppen bedeckt, die Überaugenschilder, auch als Supraorbitalia bezeichnet, bilden eine scharfe Kante über den Augen. Zwischen dem Augenunterrand und den Oberlippenschildern liegen zwei Reihen von Unteraugenschildchen, die sogenannten Subocularia. Die Grundfärbung kann von Hellgrau, Graugelb, Braun, Rotbraun, Orange oder Rostrot bis hin zu einem vollständigen Schwarz reichen. Die schwarze Grundfärbung (Melanismus) ist selten und tritt vor allem bei in den Alpen vorkommenden Individuen auf. Männchen sind grundsätzlich etwas kontrastreicher als Weibchen gefärbt.

Lebensraum und Verbreitung

Neben der Kreuzotter ist die Aspisviper die zweite in Deutschland vorkommende Giftschlangenart, wobei sie hier nur im südlichen Schwarzwald beheimatet ist. Diese Vorkommen sind davon abhängig, dass die Habitate weitgehend in ihrem jetzigen Strukturreichtum erhalten bleiben. In Deutschland wird die Aspisviper entsprechend dem sehr begrenzten Lebensraum in der Roten Liste in die Kategorie 1 – vom Aussterben bedroht – eingeordnet.
Das Verbreitungsgebiet umfasst neben dem äußersten Südwesten Deutschlands weite Teile von Spanien, Frankreich, die westliche Schweiz, Italien und einen kleinen Teil von Slowenien. Besonders häufig ist sie dabei in den höheren Lagen der Alpen und der Pyrenäen in Höhen bis zu 3000 m ü. NN. aufzufinden. Als Lebensraum werden warme, trockene und steinige Biotope wie  Geröllflächen,  Steinbrüche und vegetationsfreie Schotterflächen an südexponierten Hängen bevorzugt.
Die Aspisviper ist überwiegend tagaktiv und sehr standorttreu. Häufig beginnt sie ihre Tagesaktivität bereits früh morgens mit einem ersten intensiven Sonnenbad. Sie meidet Wind und starke Sonnenbestrahlung und flieht bei Störungen. Wird sie jedoch überrascht oder in die Enge getrieben, attackiert sie den Störer mit Bissen. Als Tagesverstecke werden vor allem Kleintierbauten, Wurzelhöhlen oder Verstecke unter Steinen und in Gebüschen genutzt.
Als Nahrung dienen der Schlange hauptsächlich Kleinsäuger, es werden aber auch Eidechsen und  Vögel erbeutet. Die Aspisviper ist ein Lauerjäger. In Reichweite befindliche Beutetiere werden gebissen und danach verfolgt. Die verendete Beute wird dann mit dem Kopf voran verschlungen.
Als Fressfeinde kommen u. a. verschiedene Marderarten in Frage (Iltis, Steinmarder, Dachs) außerdem Igel,  Rabenkrähen,  Kolkraben und  Mäusebussarde.  Auch von der Schlingnatter und einigen anderen Schlangenarten wird angenommen, dass sie vor allem Jungtiere der Aspisviper attackieren und fressen.