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Geocaching


Kind auf der Suche nach einem "Schatz" © Michael Pütsch

Geocaching ist eine recht junge und immer beliebter werdende Freizeitaktivität. Der Begriff setzt sich aus Geo (Erde) und Cache (Versteck) zusammen und bezeichnet eine Art elektronische Schatzsuche. Als Voraussetzung zur erfolgreichen Suche dient dabei ein mobiler GPS-Empfänger. Der Aufenthalt in der Natur und die Motivation, einen Cache zu finden oder zu legen, machen dabei den Reiz dieses Hobbys aus. Da Geocaching an keine konkreten Naturräume gebunden ist, lassen sich die Auswirkungen des Spiels auf Natur und Landschaft nur schwer einschätzen.

Geocaching und Natur

Beschreibung der Sportart

Geocaching lässt sich als moderne Schatzsuche verstehen. Die Spielidee ist einfach: ein Teilnehmer versteckt einen Behälter mit kleinen Gegenständen, den sog. Cache, an einem Ort seiner Wahl, wird somit zum Cache-Owner, dem Besitzer des Verstecks, und veröffentlicht die ermittelten Koordinaten zusammen mit einer kurzen Beschreibung auf dafür vorgesehenen Websites. Dort können sich Mitspieler entsprechend ihren Interessen einen Cache auswählen und ihn mittels der Koordinatenangaben suchen. Bei der Suche helfen mobile GPS-Geräte, welche bis auf eine Genauigkeit von ca. 10 Metern Koordinaten bestimmen können.
Ist ein Cache gefunden, wird einer der darin enthaltenen Gegenstände entnommen und durch einen vom Finder mitgebrachten ersetzt (genannt „Trade“, der Handel). Zudem findet der Spieler meist einen Bleistift und ein Logbuch vor, in das er sich einträgt, um seinen Besuch zu dokumentieren. Anschließend wird der Cache an derselben Stelle für den nächsten Spieler wieder versteckt.
Mit zunehmendem Erfolg haben sich verschiedene Variationen dieser Urform des Geocachings gebildet, die sich unter anderem hinsichtlich der Art bzw. des Ausmaßes der mit dem Spiel verbundenen Bewegung unterscheiden. So gibt es beispielsweise Caches, die sehr einfach und bequem zu erreichen sind („Drive-In Caches“, z.B. auf Autobahnparkplätzen ), andere befinden sich in so unwegsamem Gelände, dass Schnorchel oder Kletterausrüstung benötigt werden.
Die weltweite Verbreitung des Spiels funktioniert bisher ohne formelle Organisation, sondern allein über entsprechende Websites im Internet.

Wirkung der Natur auf den Sportler

Die landschaftliche und natürliche Vielfalt und damit einhergehende Abwechslung machen den Reiz zur Suche nach Caches aus. Der Spieler kann immer wieder neue Räume für sich entdecken und meistern. Manche erfreuen sich einfach am Aufenthalt und der Bewegung in der Natur mit dem zusätzlichen Anreiz der Schatzsuche; andere suchen außerdem die sportliche Herausforderung, indem sie  Gewässer durchtauchen oder Berge erklettern, um zu einem Cache zu gelangen.

Anforderungen an den Naturraum

Geocaching ist überall möglich, wo das Gelände den Ansprüchen und der Phantasie des Spielers für ein Versteck genügt. Landschaftliche Attraktivität  ist wichtig; gerne werden aber auch solche Räume gewählt, die nur wenig von Menschen frequentiert werden. Unbeteiligte Personen, in Anlehnung an Harry Potter auch „(Geo)Muggels“ genannt, könnten sich über die Spieler wundern, welche sich mittels GPS suchend durch Landschaften bewegen. Geocacher versuchen einen Cache möglichst nur dann zu legen oder zu heben, wenn sie unbeobachtet sind.

Auswirkungen auf den Naturraum

Da Spieler Fundorte möglichst im Verborgenen legen und finden, wählen sie gern Naturräume, in denen wenige Menschen verkehren. Dies kann zur Belastung dieser oftmals sensiblen Lebensräume von Pflanzen und Tieren führen. Belastungen können beispielsweise auftreten, wenn Caches abseits von Wegen ausgelegt werden, wenn Spieler zu Nachtzeiten unterwegs sind (Nachtcaches) oder Caches in von Tieren bewohnten Höhlen (besonders Baumhöhlen) versteckt werden. Auch sind die meisten Caches dauerhaft angelegt und können ganzjährig gesucht werden.



Naturverträgliches Geocaching

Somit ist es insbesondere für den Ausleger eines Caches wichtig, sich in Verordnungen des betreffenden Gebiets oder auf Schildern vor Ort über Schutzzonen und Betretungsrechte zu informieren. Sollten jahreszeitbedingte Brut- oder Nistzeiten bestehen, kann dies vom Ausleger zusammen mit den Koordinaten gleich mitgeteilt werden. Besser noch sollte man sensible Bereiche von vornherein meiden. Da nicht zu betretende Gebiete in Deutschland nur einen sehr kleinen Teil der Landesfläche ausmachen, lassen sich trotzdem noch genügend Versteckmöglichkeiten finden.
Informationen zu sensiblen Gebieten
 www.geodienste.bfn.de/schutzgebiete
 http://www.die-brands.info/geocaching_naturschutz.php

Beispielsweise sollte ein Cache nicht in einem Steinbruch versteckt werden, in dem der  Uhu brütet. Das Verstecken von Geocaches in Baumhöhlen ist im Regelfall zu unterlassen, da diese oft als Fortpflanzungs- oder Ruhestätte von baumbrütenden Arten (z. B. Spechte, Meisen, Fledermäuse) genutzt werden. Dies gilt auch dann, wenn die Baumhöhlen scheinbar nicht besetzt sind. Die Bewohner könnten ausgeflogen sein, oder die Höhle wird bald wieder besetzt. Höhlen bzw. Baumhöhlen sind relativ selten.

Caches sind Fremdkörper in Naturräumen, da es wasserdichten Behälter sind, in denen die Objekte versteckt werden. Auf Geocaching-Websites wird auf den Verzicht von Lebensmitteln in Caches hingewiesen, da Tiere dadurch angelockt und beim Fressen des Inhalts bzw. des Behälters erkranken könnten. Schaufel oder Spaten sind unter Geocachern verpönt – dies soll rücksichtsloses Umgraben von  Wiesen und Waldböden verhindern. Gerne werden natürliche Versteckmöglichkeiten genutzt.

Umweltbewusste Geocacher treffen sich regelmäßig zu „CITO“ (Cache In – Trash Out) Events, bei denen die Teilnehmer herumliegenden Müll einsammeln und entsorgen, oder sich über die Belange der Natur im Zusammenhang mit ihrem Hobby informieren.  www.umweltcacher.de

Geocaching im Detail

Geschichte

Geocaching basiert auf der vom US-Militär entwickelten Satellitennavigation (Global Positioning Systems, GPS). Um die zivile Nutzung dieser Technologie zu beschränken, wurde das Satellitensignal lange Zeit verschlüsselt und erlaubte so nur eine Genauigkeit auf ca. 100 Meter. Im Jahr 2000 wurde die Verschlüsselung aufgehoben und ermöglichte damit auch Zivilpersonen exakte Positionsbestimmungen bis auf ca. 10 Meter. Einige Tage später veröffentlichte der Amerikaner David Ulmer seine Idee, die neuen Möglichkeiten in einem Spiel namens „The Great American GPS Stash Hunt“ umzusetzen, welches schon alle wesentlichen Merkmale der heute üblichen Spielform besaß. Die Idee des Geocaching verbreitete sich daraufhin schnell weltweit. Über den Namen wurde allerdings diskutiert, da stash (Versteck) und hunt (Jagd) negative Konnotation besaßen. Ulmer selbst sagte, man benötige einen Namen, der „Respekt und Bewunderung für unsere zerbrechliche Umwelt hervorruft“. So wurde aus Geostash schließlich Geocaching.

Voraussetzungen

Geocaching kann weitestgehend altersunabhängig ausgeübt werden und bedarf nur eines geringen Lernprozesses, zumindest für einfach zu findende Caches. Der Umgang mit einem GPS-Empfänger ist Voraussetzung. In seltenen Fällen kann Geocaching auch mit Kompass und geeignetem Kartenmaterial gespielt werden. Ein Bleistift zum Eintragen in das Logbuch gehört zur Minimalausrüstung. Kugelschreiber oder Filzstifte funktionieren i.d.R. nicht bei Nässe oder Kälte. Abhängig vom jeweiligen Gelände, in dem der Cache zu suchen ist, unterscheiden sich die Anforderungen an Kondition und Ausrüstung. Unerlässlich ist eine gewissenhafte Routenplanung, die möglichst alle Aspekte der Suche (z.B. Schwierigkeit, Dauer, Geländebeschaffenheit, Wetterentwicklung) einzuschließt. Dabei helfen auch Erläuterungen und versteckte Hinweise zum Cache, die üblicherweise den Koordinaten zugefügt werden. Sie enthalten Informationen über das Terrain, also über den Schwierigkeitsgrad der Strecke und die Beschaffenheit des Geländes.
Schließlich sind Ehrlichkeit und Fairness zu den Grundregeln des Geocaching. Rücksichtsloses Ausräumen von Caches, Betrug etc. würden das Spiel schnell zerstören.

Organisation der Sportart

Geocaching-Spieler sind nicht in Vereinen organisiert. Das Internet hat hier die Funktion des Koordinators. So sind Schätzungen nur nach Anzahl der angemeldeten Nutzer verschiedener Websites oder nach veröffentlichten Caches möglich. Einen Überblick geben auch Online-Karten, in denen die Caches verzeichnet sind. Das beliebte deutsche Portal geocaching.de wird von der  Deutschen Wanderjugend unterstützt und gefördert. Mit Hilfe von Logs (Spieler registrieren ihre Funde und auch vergebliches Suchen) lässt sich auch keine genaue Anzahl an Geocachern ausmachen, da einige alleine suchen, andere in Gruppen. So erfreut sich Geocaching beispielsweise als gemeinsame Familienaktivität oder auch bei Kindern und Jugendlichen immer größerer Beliebtheit.

Varianten der Sportart

Varianten ergeben sich vorrangig aus der Beschaffenheit des Geländes und der damit verbundenen Intensität der Suche. Weitere Varianten haben sich bezüglich der Art der Caches entwickelt:

Der einfache („traditional“) Cache

Die Grundform des Geocachings. Ein einzelner Cache wird versteckt und seine direkten Koordinaten im Internet veröffentlicht.

Der mehrstufige („multi“) Cache

Multi-Caches sind vergleichbar mit einer Schnitzeljagd, bei der man sich durch immer neue Hinweise von Ort zu Ort bewegt und erst zum Schluss das eigentliche Versteck finden kann.

Der Rätsel („mystery“) Cache

Hier ist meist nur das grobe Zielgebiet bekannt. Die direkten Koordinaten stehen anfangs nicht zur Verfügung, sondern müssen erst „errätselt“ werden. Die Recherche dazu geschieht entweder im Vorfeld oder vor Ort.

Die Größe des Behältnisses variiert ebenfalls: von „micro“, beispielsweise einer Filmdose mit einem Logstreifen und sonst nichts, über „small“ und „regular“ bis „large“. Als Faustregel gilt: Je belebter der Ort des Verstecks, desto schwieriger die Versteckmöglichkeiten, desto kleiner der Cache. In städtischen Bereichen wird man demnach eher nach micros suchen müssen.

Daneben existieren noch einige Sonderformen, wie z.B. der Nachtcache. Dieser ähnelt den Multi-Caches mit dem Unterschied, dass Hinweise auf ihn besser in der Dunkelheit wahrgenommen werden können. Blinkende LEDs, Reflektoren oder auch akustische Signale können so zum Versteck führen. Sich nachts in Natur und Landschaft zu bewegen bringt eine ganz eigene Faszination mit sich, stört aber die nachtaktive Tierwelt.

Nicht bei jeder Variation findet man am Zielpunkt einen Cache in einem Behältnis vor: Earthcaches sind z.B. interessante geologische Stellen, Eventcaches bringen Geocacher zu Gesprächsrunden zusammen.